DBH-Fachverband

20. Bundestagung

23. - 26.09.2009 in Berlin
in Kooperation mit:
FU Berlin, FB Rechtswissenschaften
Gebäude FB Rechtswissenschaften Kriminalpolitik gestalten: Übergänge koordinieren - Rückfalle verhindern Freie Universität Berlin; FB Rechtswissenschaften
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Workshop am Donnerstag, den 24.09.2009, 14 – 17:30 Uhr

Freie Universität / FB Rechtswissenschaften, Eingang Van’t Hoff Str.8, 14195 Berlin 

 

Nr. 10

Erfahrungsaustausch über internationale Kooperationen in der Straffälligenhilfe

Dr. Peter Best (Leibniz Universität Hannover, Juristische Fakultät, Institut für Kriminalwissenschaften),

Jo Tein (Schleswig-Holsteinischer Verband für soziale Strafrechtspflege - Straffälligenhilfe und Opferhilfe), Johannes Sandmann (Justizministerium Schleswig-Holstein)

Moderation:

 

Internationale Projektarbeit im Bereich von Bewährungshilfe und Strafvollzug

 

Es werden die Erfahrungen mit Projekten reflektiert, die im Auftrag des Europarats, der Europäischen Kommission und des Rats der Europäischen Union in den jeweiligen  Mitgliedstaaten und der arabischen Region durchgeführt wurden bzw. werden. Es handelt sich um Feldstudien und Konferenzen (z.B. EUJUST LEX Missions), Beratungsaufträge (TAIEX) und Partnerschaftsprogramme (Twinning Projects) sowie spezielle Unterstützung zur Gesetzgebung. Die hierbei dargestellten Projekte befassen sich mit der Modernisierung der Strafjustiz im Rahmen von Reformprozessen unter Heranziehung der europäischen Rechtskultur und deren Standards und der Diversifizierung der Sanktionsmöglichkeiten im Strafverfahren.

 

Ein zunehmender Schwerpunkt ist neben der Verbesserung  und der strukturellen Umgestaltung des Strafvollzugs  die Entwicklung von Alternativen zum Freiheitsentzug einschließlich des Aufbaus einer  Bewährungshilfe sowie die Förderung des Jugendstrafrechts als Motor des justiziellen Reformprozesses.

 

Die Methodik des Vorgehens orientiert sich an den folgenden Phasen:

1. Bestandsaufnahme („assessment“) der bisherigen Situation .

2. Politikdialog mit Interessenvertretern („stakeholder policy dialogue“), .

3. Abschließender Bericht mit Empfehlungen zum weiteren Vorgehen einschließlich der Projektentwicklung von Pilotprojekten im Bereich der Justiz und der Erstellung von Informationsmaterial.

Es werden die Erfahrungen mit unterschiedlichen Projektträgern ebenso dargestellt wie die Versuche, die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der praxisorientierten Zusammenarbeit mit wichtigen Entscheidungsträgern und Multiplikatoren in der Justiz und Politik zu überwinden.

 

Aus der Sicht von Peter Best, einem früheren langjährigen Mitarbeiter der Landesjustizverwaltung Niedersachsen im Bereich von Strafvollzug, Sozialen Diensten  in der Strafrechtspflege und freier Straffälligenhilfe (im Nebenamt Mitglied des kriminalpolitischen Fachausschusses PC-CP des Europarats) wird ein bundesweit koordiniertes Netzwerk gefordert, das im kriminalpolitischen Wettbewerb innerhalb der EU und außerhalb von Europa (mit den USA) für eine wirkungsvolle Präsenz der deutschen Rechtspolitik sorgt.

Peter Best Peter Best

Soziale Strafrechtspflege in der Bundesrepublik – ein Exportmodell

 

Der Schleswig-Holsteinische Verband für soziale Strafrechtspflege; Straffälligen- und Opferhilfe e.V. ist seit 2005 Träger verschiedener, EU- und Aktion Mensch – geförderter Partnerschaftsprojekte im Gebiet Archangelsk im Norden der Russischen Föderation. Hauptpartner und Garant für die notwendigen Kofinanzierungen ist das Justizministerium des Landes Schleswig-Holstein.

 

Mit den Projekten wurden in den letzten Jahren beachtliche Erfolge bei der Unterstützung justizieller Reformvorhaben in Archangelsk erzielt. Umgekehrt konnte zusätzliches Personal in Schleswig-Holstein beschäftigt, und durch die Einbeziehung vieler Richter/innen, Staatsanwälte/innen, Verwaltungskräfte und justiznahen Sozialarbeiter/innen die eigene Praxis reflektiert werden. Besonders bedeutsam für den Erfolg sowohl bei der Antragstellung als auch bei der Durchführung der meisten Projekte war und ist eine enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen und freien Trägern, sowohl in den Projekten als auch in der hiesigen Straffälligenarbeit. Die Aktivitäten in der Russischen Föderation sollen weitergeführt werden, Partnerschaftsprojekte mit anderen Staaten sind geplant.

 

Johannes Sandmann (zuständiger Abteilungsleiter im Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa des Landes SH) und Jo Tein (Geschäftsführer des Projektträgers) werden über Hintergründe, Praxis und Erfolge/Probleme der laufenden sowie der abgeschlossenen Projekte berichten.

 

In Schleswig-Holstein besteht der Wunsch nach einer bundesweiten Vernetzung der internationalen Projekte in der sozialen Strafrechtspflege. Die Veranstaltung sollte einen ersten Schritt in diese Richtung markieren. Eine Sammlung von Kontakten und Erfahrungen aus anderen Bundesländern ist deshalb ausdrücklich erwünscht.

 
Jo Tein Jo Tein Johannes Sandmann Johannes Sandmann

 

Tagungstelefon: 0160 7 964 954 (nur während der Tagung)

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