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nicht mehr aktualisiert. Sie finden die neue Seite des DBH-Fachverbandes für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminapolitik in neuer Aufmachung unter www.dbh-online.de

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Aktuelles Aktuelles Aktuelles Aktuelles

Ambulanter Sozialer Dienst der Justiz in NRW

In Nordrhein-Westfalen wird durch eine Ausführungsvorschrift ab dem 01.06.08 der Ambulante Soziale Dienst der Justiz gebildet. Dabei sind folgende Veränderungen vorgesehen: Zusammenlegung der Fachbereiche von Bewährungs-, Gerichtshilfe und Führungsaufsicht. Die Dienststellen sollen zukünftig in Amtsgebäuden der Justiz eingerichtet werden. Den Fachkräften stehen ein Leiter bzw. Gruppenleiter vor. zu diesen Funktionen werden erfahrene Fachkräfte bestimmt. Qualitätsstandards sollen die Arbeit verbindlicher und transparenter gestalten. Zur Unterstützung der Fachkräfte sollten ehrenamtlich Tätige gewonnen werden.
Artikel Kölner Stadtanzeiger 26.03.08
Interview mit dem LAG-Vorsitzenden Ulrich Öynhausen im WDR, 26.03.08

Deutscher Präventionstag 2008 in Leipzig
Der 13. Deutsche Präventionstag findet am 2. und 3. Juni 2008 zum Schwerpunktthema „Engagierte Bürger – sichere Gesellschaft“ statt. 
Es werden 100 Beiträge zum Themenfeld der (Kriminal-)Prävention gehalten. Mehr als 150 Institutionen und Projekte stellen ihre Arbeit vor. DBH wird an einem eigenen Stand seine Arbeit mit Kooperationspartnern aus der tertiären Prävention vorstellen. Präventionstag

Probation meets Prevention   
Die CEP veranstaltet vom 01.-03.06.08 in Leipzig die Fachtagung "Probation meets Prevention" (in englischer Sprache). Es werden dort u.a. Prof. Kalmthout (NL) und Prof. Kerner (D) aus den unterschiedlichen Sichtwinkeln von "Bewährungs-/Straffälligenhilfe" und "Prävention" referieren. Patrick Zobrist (CH) wird den Ansatz der "Risikoorientierten Bewährungshilfe" in Zürich vorstellen. Die Tagung geht am 02.06. über in den Deutschen Präventionstag. Das Programm finden Sie unter Prevention meets Probation

JVA Hünfeld teurer als vergleichbares staatliches Gefängnis
Im Jahr 2007 kostete ein Haftplatz in der teilprivatisierten JVA Hünfeld mehr als in der vergleichbaren staatlichen Einrichtung in Darmstadt. Nach einer Aufstellung aus dem hessischen Justizministerium ist ein Haftplatz in Hünfeld teurer als in der staatlichen JVA Darmstadt. Demnach kostete es im Jahr 2007 pro Tag 79,28 Euro, einen Gefangenen in Darmstadt unterzubringen - während es in Hünfeld 83,18 Euro waren. Legt man die Zahl von 500 Gefangenen in Hünfeld zugrunde, ergäben sich aufs Jahr hochgerechnet Mehrkosten von etwa 700.000 Euro. Bei Serco hat man das Problem offenbar erkannt. Man werde "die Ergebnisse analysieren und schauen, was man verbessern kann", sagt ein Sprecher. Artikel in SZ, 31.03.08

Verurteilungen nach Jugendstrafrecht - Rückfälle - Anfrage im Bundestag
Die Bundesregierung hat auf eine Anfrage im Bundestag zur Jugendstraffälligkeit mit aktuellen Zahlen am 01.02.08 geantwortet: Die Rückfallquote nach Jugendarrest lag bei 70%, die nach Jugendstrafe (ohne Strafaussetzung zur Bewährung) betrug 77,8% und die nach Jugendstrafe (mit Strafaussetzung zur Bewährung) betrug 59,6%. Die Strafaussetzung zur Bewährung im Jugendverfahren erfolgt insgesamt zu 60%. Die durchschnittliche Verfahrensdauer schwankt bei den Jugendgerichten von 2,3 Monaten (Bayern) über 3,3 Monaten (Nordrhein-Westfalen) bis zu 4,1 Monaten in Hessen.  Bundestagsdrucksache 16/7967

Abschreckende Heimat - ausländische Straftäter abschieben?
Die Abschiebung von jugendlichen Straftätern kommt faktisch einer Verbannung gleich. "Die Gesellschaft muss sich zu ihrer Verantwortung für junge ausländische Straftäter bekennen, die hier aufgewachsen sind. Die Abschiebung trifft sie viel gravierender, da sie zu ihrem Geburtsland keine Bindungen haben." Die damalige Süssmuth-Kommission (2001), die sich mit der Zuwanderung befasste, kam einhellig zu dem Ergebnis, dass ausländische Kinder und Jugendliche nicht abgeschoben werden sollen. Die deutsche Gesellschaft müsse sich zu ihrer Verantwortung bekennen und dürfe sie keineswegs in andere Länder delegieren. Schließlich seien die jugendlichen Ausländer in ihrer großen Mehrheit de facto Inländer. Kommentar_taz_26.01.08

Jugendgewalt: 1.000 Praktiker und Wissenschaftler gegen höhere Strafen, Einführung eines Warnschussarrestes
1.000 Kriminologen, Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Fachkräfte der Strafrechtspflege und Jugendhilfe, aus der Polizei und dem Jugendstrafvollzug unterstützen die Resolution gegen die Verschärfung des Jugendstrafrechts, die vom Konstanzer Kriminologen Professor Wolfgang Heinz formuliert wurde. Der DBH-Fachverband unterstützt ebenso die Resolution von Prof. Wolfgang Heinz."Für eine Verschärfung des Jugendstrafrechts besteht kein Anlass. Richtig ist, dass junge Menschen – in quantitativer Betrachtung – überproportional häufig als Straftäter auffallen. Diese Höherbelastung ist aber keine Besonderheit der Gegenwart, sondern wurde in jeder Generation beobachtet." 
Der DBH-Fachverband wendet sich gegen Strafverschärfungen und Drilleinrichtungen für Jugendliche. DBH-Thesen  DBH-Fachtagung am 04.03.08 in Köln. Die Anwendung des Jugendrechts muss auch weiterhin für Heranwachsende möglich sein, um den Erziehungsgedanken so effektiv wie möglich anwenden zu können. Erziehungscamps oder Strafvollzug in freier Form bieten dagegen Möglichkeiten mit Konsequenz soziale Erziehungsarbeit zu leisten. 

Ausgelöst wurde die Debatte durch den hessischen CDU-Wahlkampf, der in der
Wiesbadener Erklärung der CDU vom 05.01.08 (Jugendkriminalität, Seite 6-9) mündete.
Kurze Freiheitsstrafen sind gefährlich - sie schrecken nicht ab, aber ihre entsozialisierende Wirkung ist hoch. Wenn die Politik etwas tun will, dann soll sie mehr Bewährungshelfer einstellen, führt Bernd Maelicke in der Süddeutschen Zeitung aus. Artikel SZ 09.01.08
Mehr professionelle Sozialhelfer gefordert: Für Bernd Maelicke sind Erziehungscamps keine Lösung. Im Gespräch mit der „wir helfen“-Vorsitzenden Hedwig Neven DuMont pocht der Experte auf eine kontinuierliche Betreuung. Artikel KSTA 18.01.08
In der Kieler Erklärung von Bernd Maelicke und Frieder Dünkel wird auch auf die Notwendigkeit des Veränderungsbedarfs beim Umgang mit Intensiv- und Wiederholungstätern  durch die Jugendstrafrechtspflege hingewiesen.

Weitere Erklärungen:
Mainzer Erklärung (Prof. Michael Bock, Mainz)
(Prof. Horst Viehmann, Köln)
Brief an Justizministerin Piepenkötter (LAG der Bewährungshelfer in NRW)
Stellungnahme der Bayrischen Bewährungshelfer/innen (ABB)
(Neustart Baden-Württemberg)
Zur Debatte um Jugendgewalt (Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg)

In einem Interview führt
der Kriminologe Christian Pfeiffer aus, dass härtere Strafen nicht dazu beitragen, gewalttätige Jugendliche zu bessern. Stattdessen solle man die prügelnden Väter in Migrantenfamilien zur Räson bringen und die Schulen verändern. "Mehmets Vater ausweisen" Interview taz (04.0108)

Praxisbeispiel: In der Ambulante Intensiv Betreuung (AIB) der Bewährungshilfe in Köln betreuen vier Intensiv-Bewährungshelfer jeweils fünf - nach Jugendstrafrecht verurteilte - Probanden, die entweder bei der Polizei als Intensivtäter geführt werden oder aber aus anderen Gründen einen erhöhten Betreuungsbedarf aufweisen. Ein in Deutschland einmaliges Projekt, als letzte Chance für kriminelle Jugendliche Artikel Welt 13.01.08  Broschüre  Radiosendung WDR 5 "Neugier genügt"

Die Presseberichte und die Politikervorschläge überstürzen sich zurzeit:
 Spiegel-Online: "Was tun mit Teenagern, die immer wieder klauen und zuschlagen?" (03.01.08);  Artikel taz "Gewalt in U-Bahnen" (04.01.08).
Für die Einrichtung von Boxcamps, wie das von Lothar Kannenberg, bedarf es keiner gesetzlichen Änderungen.
Dort werden überwiegend Jugendliche betreut, die von Jugendämtern aus ganz Deutschland geschickt werden. Es handelt sich dabei um Sozial- und Erziehungsarbeit mit Gewalttätern: Artikel FAZ: „Mit Zwang geht hier gar nichts“ (03.01.08); Video Boxcamp Kannenberg (FAZ-Net)
Der CDU-Ministerpräsident Koch (Hessen) fordert u.a. die Einrichtung von Bootcamps für straffällige Jugendliche. Bundesjustizministerin Zypries plädiert für Erziehungscamps. Artikel taz "Erziehungscamps sind sinnvoll" (04.01.08)
Die Bundesländer versuchen seit Jahren mit unterschiedlichen Projekten und Gesetzesinitiativen, der Schwierigkeiten mit besonders gewaltbereiten jugendlichen Straftätern Herr zu werden. Artikel FAZ (04.01.08)
Umstrittene Bootcamps: Welcher ist der richtige Umgang mit jugendlichen Gewalttätern? Sowohl in Deutschland als auch in den USA wächst die Kritik am militärischen Drill in den Erziehungslagern. Audio-Sendung der Deutschen Welle, 02.01.2008 (15 Minuten)

Der Deutsche Richterbund findet die Debatte über härtere Strafen „überflüssig“  Artikel FAZ (03.01.08)

Auf der Fachtagung "Steigende Gewaltkriminalität - Herausforderung des Jugendkriminalrechts" des Justizministeriums Nordrhein-Westfalen in Berlin im November 07 wurden die Handlungsmöglichkeiten mit Intensivtätern diskutiert. Pressemeldung Für die LAG der Bewährungshelfer hat Ursula Klein die ambulante Betreuung durch die Bewährungshilfe herausgestellt LAG-Information. Der hessische Justizminister hat eine Bundesratsinitiative mit anderen Bundesländern zur Einführung des Warnschussarrestes vorgestellt. Pressemeldung Artikel in der SZ, 16.11.07 

Die CDU-regierten Bundesländer haben im Bundesrat im Februar 2006 eine Gesetzesänderung des Jugendgerichtsgesetzes (JGG) beschlossen, die dem Bundestag vorgelegt wurde. Das Bundeskabinett hat diesen Antrag mit den Stimmen der CDU-Minister abgewiesen.
Diese Haltung entspricht auch dem Ergebnis der Koalitionsvereinbarung. Der angegebene Gesetzentwurf der Bundesländer mit der Stellungnahme der Bundesregierung kann hier nachgelesen werden: Deutscher Bundestag, Drucksache 16/1027

Risk And Need Asssessment - Themenschwerpunkt der Zeitschrift Bewährungshilfe
Die Nummer 04/07 der Ausgabe der Zeitschrift Bewährungshilfe  befasst sich mit dem Thema "Risk And Need Assessment": Neue Verfahren zur Beurteilung des Rückfallrisikos von Straffälligen haben besonders in England und Wales Einzug in den Alltag der Vollzugsanstalten und Bewährungshilfedienststellen gefunden. Die Entwicklung wird in englischer Sprache von Hill und Moore vorgestellt. In deutscher Sprache werden von Matt und Hentschel zusammenfassend diese Aufgaben und der Einsatz beschrieben. Mayer, der schon die Aufgaben der risikoorientierten Bewährungshilfe im Heft 2/2007 dargestellt hat, lässt nun die Beschreibung eines aufbauendes Interventionsprogramms für die Bewährungshilfe (in der Schweiz) folgen.  Aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Bewährungshilfe

Sanktionierungspraxis in Deutschland - aktualisierte Version 2006
Die aktualisierte Version von "Das strafrechtliche Sanktionensystem und die Sanktionspraxis in Deutschland 1882 - 2006. Stand Berichtsjahr 2006 Version 1/2008" von der Universität Konstanz, Prof. Wolfgang Heinz, ist abrufbar unter:  Sanktionenpraxis

Bewährungshilfe Statistik: Siegen 2008
Die Bewährungshelfer/innen im Landgerichtsbezirk Siegen führen seit einigen Jahren jährliche Stichtagserhebungen zu ausgewählten Lebens- und Problemlagen ihrer Probanden durch. Die Zahlen vom 01.01.08 ergeben folgendes Bild: Etwa die Hälfte der 1.000 Personen sind ohne Arbeit, haben Schuldenprobleme und leiden unter einer Suchtproblematik. Die Ergebnisse dieser Erhebungen sind veröffentlicht unter: Statistik_BwH_Siegen

Zahlen des Statistischen Bundesamtes 2006
Im Jahr 2006 hat das Statistische Bundesamt 174 207 Unterstellungen unter eine/n Bewährungshelfer/in gezählt (Zahlen von Hamburg und Sachsen liegen nicht vor); davon waren 154 484 Männer und 19 723 Frauen. Die Aufhebung der Unterstellung erfolgte bei 55 327 Personen (70,3 %) durch Straferlass, Ablauf bzw. Aufhebung der Unterstellung und bei 12 467 Personen wegen Widerruf.
Die Fachserie 10, Reihe 5
kann herunter geladen werden (zunächst muss man noch die gewünschte Version auswählen): Bewährungshilfe-Statistik

Weitere teilprivatisierierte Strafvollzugsanstalten in Deutschland
Neben der JVA Hünfeld, die zu Beginn des Jahres 2006 eröffnet wurde, werden in Offenburg (Baden-Württemberg) und Burg (Sachsen-Anhalt) weitere Anstalten neu gebaut, die nach einem teilprivatisiertem Modell betrieben werden sollen.
Als Partner der Justiz für die JVA Offenburg mit 440 Haftplätzen und einer sozialtherapeutischen Einrichtung mit weiteren 60 Haftplätzen ist die Fa. Kötter aus Essen als Sieger aus dem Ausschreibungsverfahren hervorgegangen.  Auch in Burg wid die Fa. Kötter tätig, die im Sicherheitsbereich tätig ist. Pressemeldung des JM Baden-Württemberg vom 28.12.07
Pressemeldung des JM Sachsen-Anhalt vom 19.12.06
Im hessischen Hünfeld ist der Betreiber Serco tätig .Dieser übernahm die medizinische Regelversorgung, die Betreuung der Krankenstation und die komplette Verpflegung der Inhaftierten. Hinzu kommen die Beratungsdienste, die Arbeitstherapie, die Sport- und Freizeitangebote sowie die berufliche Fort- und Weiterbildung. Außerdem ist Serco für die Gebäudebewirtschaftung, Reinigung und technischen Dienste zuständig.
Das Hessische Justizministerium hat eine Dokumentation des Vorhabens und seine Umsetzung veröffentlicht:

Bewährungen können künftig grenzüberschreitend in der EU überwacht werden
Die Justizminister der EU-Länder haben sich auf einen Rahmenbeschluss geeinigt, der sicher stellen soll, dass jemand, der beispielsweise in Deutschland zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, in Frankreich leben und arbeiten kann, ohne dass dadurch die Wirkung der verhängten Bewährungsmaßnahmen beeinträchtigt wird. Die Staaten verpflichten sich im Rahmenbeschluss, als Aufenthaltsstaat die Verurteilung einer Person ohne größere Formalitäten anzuerkennen und die verhängten Bewährungsmaßnahmen und alternativen Sanktionen zu überwachen. Der jeweilige Mitgliedstaat soll die Auflagen und Weisungen so behandeln, als wären sie von einer eigenen Behörde erlassen worden.
Sind Folgeentscheidungen wie ein Widerruf der Bewährung oder Straferlass zu treffen, so sieht der Rahmenbeschluss vor, dass diese regelmäßig vom Aufenthaltsstaat getroffen werden sollen. Damit trägt er die Verantwortung für den weiteren Verlauf der Überwachung der Maßnahmen und auch für die eventuelle Vollstreckung der Strafe nach einem Widerruf.
Pressemeldung des BMJ

Jugendstrafvollzugsgesetze der Bundesländer
Die Jugendstrafvollzugsgesetze sind im Laufes des Jahres 2007 von den verschiedenen Landesparlamenten diskutiert und verabschiedet worden. Der DBH-Fachverband hat zu den Entwürfen die folgende Stellungnahme (Stand Februar 2007) verfasst: DBH-Stellungnahme zu den Länderentwürfen  Presseerklärung In einer DBH-Fachtagung am 14.06.07 wurden in Berlin die verschiedenen Gesetzentwürfe der Länder von den Fachabteilungen der Justizministerien Berlin, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vorgestellt.
Neun Länder (u.a. Thüringen, Berlin, Brandenburg, Bremen, Schleswig-Holstein) planen ein weitgehend einheitlichen Jugendvollzug. Gesetzentwurf wurde am 12.01.07 in Berlin vorgestellt.
Die folgenden Gesetze bzw. Gesetzentwürfe liegen  aus den folgenden Bundesländern vor. Die meisten sind durch die jeweiligen Landesparlamente verabschiedet worden:
Thüringen Berlin (Begründung)
Bremen (Begründung) Brandenburg
Baden-Württemberg Bayern
Niedersachsen (Begründung) Hessen (mit Begründung)
Rheinland-Pfalz Nordrhein-Westfalen (Begründung)
Schleswig-Holstein Hamburg
Sachsen-Anhalt Sachsen
Mecklenburg-Vorpommern Saarland
In Nordrhein-Westfalen hat das Landesparlament das Jugendstrafvollzugsgesetz unter dem Eindruck des Mordes in der JVA Siegburg diskutiert. Die Positionen der Landtagsfraktionen sind im Landtag intern vom 05.12.07 wiedergegeben. -
Die Experten-Kritik an dem vom
Hamburger Justizsenator Lüdemann vorgelegten Gesetzentwurf für ein Jugendstrafvollzugsgesetz ebbt nicht ab. Frieder Dünkel von der Universität Greifswald sagt voraus: "In einigen Teilen wird es große verfassungsrechtliche Probleme geben". Artikel taz 03.11.07
Zum Baden-Württembergischen Gesetzentwurf liegt die Stellungnahme der Neuen Richtervereinigung vor. Im SWR fand die folgende Diskussion statt: 
"Wegschließen oder Erziehen? - der Umgang mit jugendlichen Straftätern" (mit Prof. Feltes, Bewährungshelferin Lübbemeier und Dr. Wulf)
Das Bundesjustizministerium hat in 2006 noch den folgenden Entwurf vorgelegt.

Standards der Bayrischen Bewährungshilfe liegen vor
Das Ergebnis des Projektes "Qualitätsstandards in der Bewährungshilfe in Bayern" liegt öffentlich vor. Voraussichtlich werden diese ab 01.01.2008 verbindlich für alle bayrischen Bewährungshelfer/innen eingeführt. 
Qualitätsstandards in der Bewährungshilfe in Bayern
Diese sollen die Qualitätssicherung und -entwicklung 
fördern, in dem Standards für die Arbeit der Bewährungshilfe festgelegt werden. In einem von der "Zentralen Koordinierungsstelle Bewährungshilfe der bayerischen Justiz" geleiteten Prozess wurden 
vom Herbst 2003 bis Herbst 2007 landesweit diese verbindlichen Standards erarbeitet. Sie enthalten sowohl eine genaue Beschreibung des Hilfe- als auch des Kontrollprozesses. An diesem Prozess waren die bayrischen Bewährungshelfer/innen aktiv beteiligt. Wissenschaftlich wurde das Projekt von Prof. Wolfgang Klug von der Katholischen Universität Eichstätt begleitet.
Konrad Beß und Gertraud Koob-Sodtke von der Zentralen Koordinierungsstelle  haben in der Zeitschrift "Bewährungshilfe" im Heft 1/2006 den Prozess der Erarbeitung der Qualitätsstandards beschrieben: Artikel in Bewhi_01/2006

Erfolgreiche Durchführung des Bewährungshelfertages 2007 in Berlin
Am Bewährungshelfertag nahmen 150 Fachleute aus vielen Regionen Deutschlands teil. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Alfred Hartenbach, und die Justizsenatorin von Berlin, Gisela von der Aue, begrüßten am 19. November 2007 die Teilnehmer/innen. Frau von der Aue führte aus: „Die Bewährungshilfe ist ein wichtiger Bestandteil des deutschen Rechtssystems. Im Bestfall ist sie sowohl Garant für die Sicherheit der Bevölkerung als auch Resozialisierungshilfe für Straftäter. Ich freue mich, zum Bewährungshelfertag 2007 viele Experten und Praktiker versammelt zu sehen, deren verantwortungsvolle gesamtgesellschaftliche Aufgabe gar nicht genug geschätzt werden kann.“ Pressemeldung Der Bewährungshelfertag wurde vom DBH-Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Bewährungshelfer/innen (ADB) veranstaltet. Programm  Dokumentation der Vorträge

Sexualstraftäterdateien - Zusammenarbeit von Bewährungshilfe + Polizei
Bayern hat die Datei HEADS (Haft-Entlassenen-Auskunfts-Datei-Sexualstraftäter) eingerichtet, durch die Sexualstraftäter enger kontrolliert und die Rückfallgefahr bei entlassenen Sexualverbrechern reduziert werden soll. Bei anstehender Haftentlassung von besonders rückfallgefährdeter Sexualtäter übermittelt die Justiz alle notwendigen Daten an die Polizei. Diese werden bei HEADS erfasst und die erforderlichen Maßnahmen werden mit der Bewährungshilfe, Führungsaufsicht sowie Jugendämtern koordiniert. Das bayerische Innen-, Sozial- und Justizministerium organisieren HEADS zentral beim Polizeipräsidium München. Die Polizei rechnet mit rund 800 registrierten ehemaligen Inhaftierten. Pressemeldung
Die Arbeitsgemeinschaft bayrischer Bewährungshelfer/innen hat Grundsätze der Zusammenarbeit benannt. In den folgenden Fällen wird die Zusammenarbeit geregelt: - bei Anzeichen für Gefährdungssituationen regt die Bewährungshilfe einen runden Tisch an, - bei Gefahr im Verzug informiert die Bewährungshilfe die örtliche Polizei und - die Teilnahme an den Gefährderansprachen der Polizei.
Grundsätze zur Zusammenarbeit ABB-Verdi
In der Stellungnahme des Datenschutzbeauftragten in Bayern wird die zentrale Datenspeicherung von Sexualstraftätern problematisch angesehen, trotzdem wird das Verfahren nicht von vornherein abgelehnt. Erst nach Aufnahme des Wirkbetriebes sei dieses abschließend zu beurteilen: Datenschutzbeauftragter
Die niedersächsischen Ministerien für Justiz und Inneres haben die neue Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern (KURS) vorgestellt. Das Ziel der gemeinsamen Konzeption ist die Verhinderung von Rückfällen von Sexualstraftätern, die aus der Haft entlassen wurden und unter Führungsaufsicht stehen. Die Zentralstelle KURS hat ihre Arbeit am 01.10.07 im LKA Niedersachsen mit zwei Mitarbeitern aufgenommen und wird die übermittelten Informationen der Justiz und des Maßregelvollzuges mit eigenen Erkenntnissen der Polizei anreichern und speichern. Pressemeldung

Sicherheitsmanager in der hessischen Bewährungshilfe: 23 neue Stellen
Für den Haushalt 2008 hat das Justizministerium die Schaffung von 
sogenannten „Sicherheitsmanagern“ im Rahmen der Führungsaufsicht vorgesehen, die Sexualstraftäter kontinuierlich überwachen sollen. Hierfür sind 23 neue Stellen im Bereich der Bewährungshilfe vorgesehen. Pressemeldung

Konzept der Integralen Straffälligenarbeit der Justiz
Mecklenburg-Vorpommern will durch ein verbindliches gegenseitiges Informationssystem und ein standardisiertes Verfahren die Verzahnung von Vollzugseinrichtungen und Bewährungshilfe  optimieren.
Damit soll die Kontroll- und Unterstützungsdichte verbessert werden. Die Haftentlassenen und Straffälligen sollen damit in ein geschlossenes Hilfs- und Überwachungssystem eingebunden werdenNach Meldung des Justizministeriums "verhindern seit Jahrzehnten  bundesweit die Scheuklappen des Handelns in Zuständigkeiten von Strafvollzug und Bewährungshilfe ein kontinuierliches und zielgerichtetes Einwirken auf inhaftierte und zu entlassene Straftäter". Um diese Defizite zu beseitigen, wird Mecklenburg-Vorpommern eine verbindliche Kooperation zwischen den Vollzugseinrichtungen und den Sozialen Diensten der Justiz umsetzen. Pressemeldung 09.11.07  Pressemeldung 05.11.07

Bundestag beschließt neuen Rechtsschutz im Jugendstrafvollzug
Der Deutsche Bundestag hat am 09.11.07 das Gesetz zur Änderung des Jugendgerichtsgesetzes verabschiedet, das die Rechtsschutzmöglichkeiten, die Jugendliche im Strafvollzug haben, jugendgerechter ausgestalten soll. Das verabschiedete Gesetz verlagert die Zuständigkeit für Anträge von Gefangenen auf gerichtliche Entscheidung auf die ortsnäheren Jugendkammern, die in der Regel durch einen Einzelrichter entscheiden werden. Zudem erhalten die Gefangenen im Jugendstrafvollzug ein Recht auf Anhörung, über das sie belehrt werden müssen. Die Anhörung findet in der Regel in der Vollzugsanstalt selbst und nur ausnahmsweise im Gericht statt, da es den Jugendlichen in der bekannten Umgebung leichter fällt, ihr Anliegen darzustellen und sich der Richter vor Ort einen eigenen Eindruck von den Verhältnissen in der Anstalt verschaffen kann. Die neuen Regelungen orientieren sich an den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Zudem eröffnet das Bundesgesetz den Landesgesetzgebern die Möglichkeit, ein dem gerichtlichen Verfahren vorgeschaltetes Schlichtungsverfahren einzuführen. Das Gesetz ist nicht zustimmungsbedürftig. Es soll zum 1.1.2008 in Kraft treten. Pressemeldung

Auf der Suche nach einer neuen Gefängnispolitik
"Siegburg ist überall – der Foltermord in der JVA Siegburg hat in der Öffentlichkeit
in Deutschland Fassungslosigkeit und Entsetzen ausgelöst. Es wurde überdeutlich, dass es nicht nur eine einmalige und mit hohen Strafen genügend beantwortete Straftat von drei Gefangenen im Jugendvollzug war – Struktur- und Systemmängel wurden deutlich, die  differenzierte Analysen und grundlegende Innovationen einfordern
." Bernd Maelicke
in seinem Artikel vom 07.10.07

„Fair ist mehr!“ Chancen für ausgleichende Gerechtigkeit im Sport
Auf der Veranstaltung der BAG-TOA am 20.11.07 in Berlin wurden die Perspektiven des Täter-Opfer-Ausgleichs in der Sportgerichtsbarkeit thematisiert. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Deutschen Sportjugend, der DVJJ, dem DBH-Fachverband / TOA-Servicebüro und dem Deutschen Präventionstag statt. Einladungsflyer

Klare Grenzen? Zum Verhältnis von Opferhilfe und TOA
Der Arbeitskreis der Opferhilfen (ado) lädt zur Fachtagung am 28./29.01.08 zur Thematik ein: Begegnung von Opfer und Täter im TOA - Chancen und Gefahren für Kriminalitätsopfer. Anlass für die Fachdiskussion sind Überlegungen, den TOA auch bei schweren Gewalt- und Sexualstraftaten anzuwenden.  Ausschreibung  Anmeldung

"Wenn ich raus bin, bleibe ich sauber"
80 Prozent aller Jugendlichen werden nach dem Gefängnisaufenthalt rückfällig. "Es mangelt an Angeboten, die es den jungen Menschen ermöglichen, nach der Haft den geraden Weg zu gehen und ihr Leben zu meistern", berichtet der Kölner Stadtanzeiger über die Verhältnisse im Jugendstrafvollzug in Siegburg.

Betreuung und Kontrolle von gefährlichen Straftätern
Mit den Ergebnissen der Reform der Führungsaufsicht und der Betreuung und Kontrolle von gefährlichen Straftätern nach der Haftentlassung beschäftigte sich die DBH-Fachtagung am 08.10.07 in Würzburg. Ausschreibung Sie fand in Kooperation mit dem Bayrischen Landesverband für Gefangenenfürsorge und Bewährungshilfe, der Christophorusgesellschaft Würzburg und der Brücke Aschaffenburg statt. Der Einladung waren 150 Fachkräfte gefolgt. Neben den Fachvorträgen, wurde in Arbeitsgruppen über die Kooperation der verschiedenen Dienste beraten und die Sexualstraftäterdatei HEADS vorgestellt.

Bewährungshilfe in Europa - Einheit und Vielfalt
Die Vereinigung der europäischen Bewährungshilfe (CEP) führte in Tallinn eine Fachtagung mit 150 Teilnehmern aus über 30 Ländern durch. Prof. Kalmthout kündigte die baldige Herausgabe (Anfang 2008) des Sammelbandes "Probation in Europe" an, in dem alle Bewährungshilfesysteme in Europa beschrieben werden. Auf der Mitgliederversammlung - DBH ist die einzige Mitgliedsorgansiation aus Deutschland - wurden weitere neue Mitglieder begrüßt, dies sind u.a. das polnische und litauische Justizministerium. Ein neuer Vorstand wurde gewählt. Neuer Präsident ist Patrick Madigou aus Frankreich (Directeur du Service Pénitentiaire d'Insertion et de Probation de Paris). 
Informationen der CEP
Im März 2008 führt die Schweizerische Bewährungshilfe mit der CEP eine Fachtagung zu "What works: Sharing Experience to Improve Practice" durch. Veranstaltungshinweise  

Mord in der JVA Siegburg - heftige Kritik am Jugendstrafvollzug in NRW
Nach dem Mord eines inhaftierten Jugendlichen in der JVA Siegburg, wurden die drei Zellengenossen des Opfers wegen Foltermordes vom Landgericht Bonn zu hohen Haftstrafen verurteilt. Süddeutsche Zeitung (05.10.07) Vor der Tötung notierten die Täter die Vor- und Nachteile des Mordes. Tagesspiegel (17.04.07)
Die Jugendhaftanstalt in Siegburg soll aufgelöst werden. In Wuppertal soll bis 2009 eine neue Anstalt gebaut werden: Pressemeldung Presseerklärung des Justizministeriums zum Neubau
Nach dem Foltermord in der Siegburger Jugendhaftanstalt hat die Kommission zur Gewaltprävention im nordrhein-westfälischen Strafvollzug die Landesjustizbehörden kritisiert. Die gebotene Aufsicht durch das Landesjustizvollzugsamt sei in Siegburg offenbar nicht ausreichend wahrgenommen worden, heißt es in dem Bericht der Kommission, der an NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) übergeben wurde. Die mangelnde Aufsicht habe dazu beigetragen, dass sich die Einrichtung in Siegburg "zu einem betreuungsarmen Verwahrvollzug zurückentwickelt hat". Pressekonferenz im Audio-Format (Real-Player erforderlich) mit Kommissionsvorsitzendem Werthebach; Artikel vom 01.02.07 im Kölner Stadtanzeiger 

Schlußbericht der Kommission Gewaltprävention im Strafvollzug von NRW
In einem Gutachten "Gewalt unter Gefangenen im Strafvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen" wurden vom Kriminologischen Dienst 638 Gefangenenpersonalakten aus dem Erwachsenen- und Jugendstrafvollzug im Jahr 2005 ausgewertet. Erste Ergebnisse des Gutachtens ergeben, dass etwa  1/3 aller Gewaltvorfälle im Haftraum,  15 - 20 Prozent in den Gängen, Hof und Flur sich ereigneten. Dabei war keine Schwerpunktbildung an Wochenenden erkennbar. Über 60 Prozent der Gefangenen, die im Vollzug gewalttätig wurden, waren wegen früherer Gewaltdelikte verurteilt worden. Ein nicht unerheblicher Teil dieser Gefangenen ist suizidgefährdet, deshalb werden sie in Gemeinschaftszellen untergebracht. Die meisten Gewalttaten im Vollzug entstehen aus einer spontanen Situation, seien also nicht geplant. Etwa die Hälfte aller Gewaltfälle ist als leicht zu bewerten, etwa jeder 10. Fall ging mit schwereren Verletzungen einher. Gewalt unter Gefangenen. Kernbefunde einer empirischen Studie im Strafvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen  Eine Studie des kriminologischer Dienstes des Landes Nordrhein-Westfalen vom Dezember 2006.
Neuorganisation des Projekts "Schwitzen statt Sitzen" in Baden-Württemberg
Die flächendeckende Übertragung auf den freien Träger "Netzwerk Straffälligenhilfe in Baden-Württemberg GbR" erfolgte ab Mitte diesen Jahres. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss aus dem Badischen Landesverband für soziale Rechtspflege, dem Verband Bewährungs- und Straffälligenhilfe Württemberg e.V. und dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (LV Baden-Württemberg). Ab 2008 werden über die örtlichen Mitgliedsvereine des Netzwerks alle Fälle von gemeinnütziger Arbeit zur Abwendung einer Ersatzfreiheitsstrafe sowie zur Erfüllung von Arbeitsauflagen (Bewährungsauflagen) vermittelt. Pressemeldung des Justizministerium  Information des Badischen Landesverband

Russlanddeutsche Inhaftierte
Über mafiöse Strukturen in bayerischen Gefängnissen berichtet die Süddeutsche Zeitung: Russlanddeutsche Häftlinge haben sich in einem Bandensystem fast völlig abgeschottet. Artikel in der SZ  

Sicherungsverwahrung für Jugendliche
Die Bundesregierung will mit einer Gesetzänderung ermöglichen, dass in Einzelfällen jugendliche Straftäter nach dem Absitzen der Jugendstrafe lebenslänglich in Sicherungsverwahrung genommen werden können. Das Bundeskabinett hat auf Vorschlag der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries den Entwurf eines entsprechenden Gesetzes beschlossen. Artikel in der SZ

Lernprogrammen in der Bewährungshilfe
Ermutigende Ergebnisse stellt die Bewährungshilfe Zürich (Schweiz) mit der Durchführung von Lernprogrammen fest. Mitteilung
Das Training TRIAS wird für Inhaftierte zur Vorbereitung der Zeit nach der Haft durchgeführt. Dabei sollen die Teilnehmer lernen, Konflikte besser zu bewältigen und Vorstellungsgespräche erfolgreich zu führen. "Ziel ist, dass die Teilnehmer Anforderungen während und nach der Haft so bewältigen, dass sie nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt kommen." Lernprogramm TRIAS
Aus der Trainingsbeschreibung: "Das 'Deliktorientierte Trainingsprogramm' DoT richtet sich an straffällig gewordene junge Erwachsene, die Vermögens- oder Gewaltdelikte begangen haben. Der Begriff 'deliktorientiert' betont, dass die Teilnehmer/-innen das Programm wegen ihrer Straftat absolvieren und diese deshalb im Zentrum steht. Auch wenn es unangenehm sein kann, sich mit der Straftat auseinander zu setzen, liegt es wegen der Bewährung im Interesse der Teilnehmer/-innen, die “Gesetzmässigkeiten” ihrer Straftaten zu kennen. Im Lernprogramm geht es um das vergangene und zukünftige Verhalten in Risikosituationen. Jeder kann aus Erfahrungen lernen und in Zukunft anders handeln". Der Evaluationsbericht zum Modellversuch ist beim Bundesamt für Justiz veröffentlicht.

Haftstrafen in den USA gestiegen
2,24 Millionen Menschen sitzen in den USA in Haft. Diese äußerst beunruhigende Zahl wird durch den festzustellenden Trend noch gravierender. Nachdem die Inhaftiertenzahlen zurückgingen, ist ein Anstieg von 2,8 % gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Statistisch gesehen sitzen in den USA von 100.000 Menschen 748 im Gefängnis, in Deutschland sind es 90. Artikel in der SZ

Deutscher Präventionstag 2007: "Starke Jugend - starke Zukunft"
Der 12. Deutsche Präventionstag fand vom 18. - 19. Juni 2007 in Wiesbaden mit 3.800 Teilnehmern statt. Im Rahmen des Kongresses boten Fachvorträge und Projektpräsentationen Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, zur Diskussion und zum Kennen lernen von Menschen und Projekten. In der Ausstellung präsentierten sich 200 Organisationen und Projekte aus den Bereichen Polizei, Justiz, Jugendhilfe und kommunaler Prävention. Presseerklärung  Fotos  Weitere Informationen unter: 
www.praeventionstag.de
Der
DBH-Fachverband trat in Kooperation mit verschiedenen Institutionen und Vereine  gemeisamen für die "tertitäre Prävention" ein. In Standgemeinschaften wurden verschiedene Aspekte der Arbeit vorgestellt: Häusliche Gewalt, Jugendbewährungshilfe, Ehrenamtliche Arbeit mit Straffälligen, Gemeinnützige Arbeit statt Ersatzfreiheitsstrafe etc.. Fotos
Der nächste Deutsche Präventionstag findet vom 02.-03.06.08 in Leipzig statt. DBH ruft schon jetzt dazu auf, dass die Einrichtungen und Projekte sich gemeinsam darauf vorbereiten und Standgemeinschaften anstreben. Interessenten wenden sich an: kontakt@dbh-online.de

Reform der Bewährungs- und Gerichtshilfe
In mehreren Bundesländern wird die Reform der Bewährungs- und Gerichtshilfe vorangebracht. 
In Niedersachsen wurde die Projektgruppe JustuS (Justiz und Sozialarbeit) eingerichtet, die dazu beitragen soll die Sozialarbeit in der Justiz zu modernisieren. Den aktuellen Projektstand können Sie im jeweiligen Justus-Newsletter nachlesen JustuS-Newsletter.
Grundlegende Änderungen sollen auf Beschluss der Justizministerin umgesetzt werden: -Zusammenführung und eigenständige Organisationsstruktur für Bewährungs-, Gerichts-, Opferhilfe und Führungsaufsicht; -Dienst- und Fachaufsicht erfolgt durch die leitenden Sozialarbeiter; -eigenständige Haushaltsmittel werden zur Verfügung gestellt; -effektives Qualitätsmanagement etc. - Im Justus-Newsletter Nr. 01/07 hat der DBH-Geschäftsführer, Peter Reckling, einen Artikel zur "Dringlichkeit von verbindlichen Standards und Strukturen" veröffentlicht: Justus-Newsletter 1/2007
Unter Leitung von Prof. Jehle hat die Kommission zur "Zukunft der Sozialen Dienste der Justiz in Hessen" ein Konzept vorgelegt, das u.a. die Zusammenlegung von Bewährungs- und Gerichtshilfe vorsieht. Die Mitglieder des DBH-Fachverbandes können diesen Bericht sich zuschicken lassen: kontakt@dbh-online.de
Anläßlich des 50.Jahrestages der Einführung der Bewährungshilfe in Schleswig-Holstein hat der DBH-Geschäftsführer, Peter Reckling, den Artikel "Bewährungshilfe - unter sich wandelnden Bedingungen zukunftsfähig?" verfasst. In 10 Thesen beschreibt er den heute notwendigen Reformbedarf. Der Aufsatz ist in den Schleswig-Holstenischen Anzeigen (Herausgeber Ministerium der Justiz in Schleswig-Holstein) Nr. 10/2006 erschienen. Die Redaktion hat der Veröffentlichung an dieser Stelle freundlicherweise zugestimmt:
Bewährungshilfe - unter sich wandelnden Bedingungen zukunftsfähig?

In der "Denkschrift zur Lage und Zukunft der Bewährungshilfe" legen erfahrene Mitarbeiter aus der Bewährungshilfe bzw. aus angrenzenden Arbeitsfeldern eine kritische Analyse vor und begründen die Notwendigkeit von Veränderungen. Stichworte aus der Denkschrift:
- Einführung verbindlicher Standards,
- Maßnahmen zur Qualitässicherung,
- neue Arbeitsformen neben klassischer Einzelfallhilfe,
- Wegfall der Einzelunterstellung und Stärkung der örtlichen Dienststellen,
- Zusammenführung von Bewährungs-, Gerichtshilfe, Führungsaufsicht, Täter-Opfer-Ausgleich und Opferhilfe, 
- Ausübung der Dienst- und Fachaufsicht durch Mitarbeiter mit sozialarbeiterischer Fachkompetenz.
Der vollständige Text kann hier heruntergeladen werden:
Denkschrift

Bewährungs- und Gerichtshilfe in Baden-Württemberg wird von Neustart ausgeführt 
Die Finanzierung der Übertragung der Bewährungshilfe an Neustart war Anlass für eine Anfrage  der Fraktion der GRÜNEN mit 9 Fragen zu den Personal- und Sach-/Nebenkosten. Am 28.12.07 hat das Justizministerium geantwort: Drucksache 14/2070 Landtag BaWü
Die Übertragung von Aufgaben von Bewährungshelfern wird zunehmend kritisiert. Südwest-Presse_05-02-08
Am 14.03. fand im "dradio" (Deutschlandfunk) die Sendung
"Staatlicher Rückzug - Baden-Württemberg setzt als erstes Bundesland auf private Bewährungshilfe" statt. Es diskutierten Jörg Müller vom Justizministerium, Georg Zwinger von Neustart, Peter Reckling vom DBH-Fachverband und mehrere Anrufer. Die Sendung kann nachträglich angehört werden
Der Generalvertrag zwischen dem Justizministerium und der Neustart gGmbH ist unterzeichnet. Damit ist der freie Träger ab 01.01.07 flächendeckend in ganz Baden-Württemberg für die Erfüllung der Aufgaben der Bewährungs- und Gerichtshilfe verantwortlich. Presseerklärung vom 06.12.06
Georg Zwinger, Geschäftsführer von Neustart Baden-Württemberg, erläuterte in einem Gespräch mit der Sprecherin der Neuen Richtervereinigung (Landesverband Baden-Württemberg), Dr. Susanne Müller, die Ziele und Vorgehen seiner Organisation. Gespräch Zwinger - Dr.Müller 
Auf der DBH-Fachtagung am 24.11.06 in Frankfurt wurde kontrovers mit den Referenten Prof. Dieter Sterzel, Prof. Jörg-Martin Jehle, Prof. Helga Cremer-Schäfer und Dr. Jörg Zeppernick vom Justizministerium Baden-Württemberg diskutiert. Ausschreibung. Einen Bericht von der Tagung und die Rede von Bewährungshelferin Jensen haben ver.di veröffentlicht.
Im Auftrag der Gewerkschaft ver.di wurde ein Rechtsgutachten zur Frage der Rechtmäßigkeit der Privatisierung der Bewährungs- und Gerichtshilfe in Baden-Württemberg erstellt. In diesem Gutachten kommt Prof. Sterzel, Universität Oldenburg, zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben gegen Landes- und Bundesgesetze verstoße. 
In 13 Thesen hat Prof. Sterzel seine Einschätzung zusammengefasst. Diese können Sie hier herunterladen: Thesen Prof. Sterzel
In einer 45-minütigen Radio-Sendung im SWR2-Forum "Baden-Württemberg privatisiert die Bewährungshilfe" diskutierte der Reporter Eggert Blum mit Michael Steindorfner, Ministerialdirektor im Justizministerium, Prof. Hans-Jürgen Kerner, Universität Tübingen, und Siegfried Bayer, Geschäftsführer des Vereins Bewährungshilfe Stuttgart. Sie können hier die Sendung im MP3-Format hören (21 MB).

Reform der Führungsaufsicht im Gesetzesverfahren
Im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages fand am 07.März eine öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung statt. Alle Sachverständigen begrüßen im Grunde die Reform, brachten aber zu einzelnen Punkten auch kritische Anmerkungen vor. So etwa zur mangelnden wissenschaftlichen Untersuchung der Anwendung von Führungsaufsicht, der Mehrbelastung der Bewährungshilfe durch die steigende Fallzahl und der mangelnden finanziellen Absicherung der schon bestehenden Ambulanzen. Pressemeldung und Artikel in der Zeitschrift Das Parlament. Die Tagesordnung und die Liste der Sachverständigen ist hier aufgeführt: Rechtsausschuss 07.03.07 Die Stellungnahmen der acht Sachverständigen sind nachlesbar:
Dr. Axel Dessecker Dr. Rüdiger Müller-Isberner
Gabriele Jansen Peter Reckling
Matthias Koller Prof. Franz Streng
Prof. Norbert Konrad Dr. Thomas Wolf
Der Bundestag hat am 22.3.2007 die Reform der Führungsaufsicht und Regelungen zur Sicherungsverwahrung für „Altfälle“ beschlossen: Pressemeldung des BMJ  Am 30.03. hat der Bundesrat zugestimmt: Pressemeldung In der Entschließung des Bundesrates wird die Anwendung der Sicherungsverwahrung auch für Heranwachsende und Jugendliche gefordert: Entschließung vom 30.03.07

 Inhaftiertenzahlen 2005 in Europa liegen vor
Im Rahmen des SPACE-Programms des Europarates -Council of Europe Annual Penal Statistic- werden die aktuellen Zahlen bezüglich des Vollzuges in den Staaten Europas zum September 2005 veröffentlicht. In Deutschland wurden 78.992 Inhaftierte gezählt. Das bedeutet, 95,7 Inhaftierte entfallen auf 100.000 Einwohner. Höhere Raten haben die EU-Staaten Polen (216,5), England (142,7), Spanien (142,4), Niederlande (133,9), Portugal (122,4) , Österreich (106,8) und Italien (102,0).  Geringere Raten haben Norwegen (67,2), Finnland (73,0) und weitere. In Russland beträgt die Rate 576,8 und in der Ukraine 381,1. Die Statistik mit weiteren Auswertungen kann eingesehen werden: Vollzugsstatistik Europarat

Gewalt in der Jugendhaft - Europarat kritisiert deutsche Haftbedingungen
Der Anti-Folter-Ausschuss (CPT) hat die Bedingungen in einigen deutschen Jugendhaftanstalten kritisiert. Vor mehr als zwei Jahren hatte der Europarat-Ausschuss deutsche Haftorte besichtigt. Jetzt ist der Bericht und die Antwort der Bundesregierung zur Veröffentlichung freigegeben worden. Den übersetzten Bericht und die Antwort der Bundesregierung
hat das BMJ veröffentlicht.

Fachverbände fordern Mindeststandards für den Jugendstrafvollzug
Mindeststandards für den Jugendstrafvollzug fordern in einer gemeinsamen Erklärung die Fachverbände DVJJ, DBH, ADB und BAG Soziale Arbeit im Justizvollzug. In 23 Thesen werden die Standards beschrieben:
- einständige Jugendstrafvollzugsgesetze,
- Vollzugsziel ist die Resozialisierung,
- umfassende Beteiligung der Gefangenen,
- Elternrechte wahren,
- keine unbestimmte Pflicht zur Selbst-Resozialisierung;
- verbindliche Mitwirkung der Jugendhilfe,
- umfassende Vernetzung des Vollzuges,
- Chancen für alle Gefangenen,
- offenen Vollzug nutzen und ausbauen,
- Vollzugslockerungen + Vollzug in freien Formen,
- rechtzeitig mit der Entlassungsvorbereitung beginnen,
- Unterbringung in Einzelhafträumen; Wohngruppenvollzug,
- eigenständige Jugendstrafanstalten,
- besondere Situation von jungen Frauen und Mädchen berücksichtigen,
- Außenkontakte fördern,
- Recht auf Bildung,
- Sozialversicherungen gewährleisten,
- Konfliktregelung vor Disziplinierung,
- keine Schusswaffen im Jugendstrafvollzug,
- effektiven Rechtsschutz schaffen,
- Strafvollzugsbeauftragte einrichten,
- wirksame Vollzugsgestaltung; Evaluation,
- qualifiziertes und ausreichendes Personal.
Kompletter Text: Mindeststandards für den Jugendstrafvollzug
Personen und Organisationen können diese Thesen zum Versand an Ministerien / Parlamentarier etc. verwenden. Sie können sich auch dem Text
öffentlich anschließen. Schicken Sie dazu eine E-Mail (mit Namen / Adresse) an kontakt@dbh-online.de oder info@dvjj.de

Heftige Kritik am Jugendstrafvollzug in NRW
Nach dem Mord eines inhaftierten Jugendlichen in der JVA Siegburg, werden die drei Zellengenossen des Opfers wegen Foltermordes angeklagt. Vor der Tötung notierten die Täter die Vor- und Nachteile des Mordes. Tagesspiegel (17.04.07)
Die Jugendhaftanstalt in Siegburg soll aufgelöst werden. In Wuppertal soll bis 2009 eine neue Anstalt gebaut werden: Pressemeldung Presseerklärung des Justizministeriums zum Neubau
Nach dem Foltermord in der Siegburger Jugendhaftanstalt hat die Kommission zur Gewaltprävention im nordrhein-westfälischen Strafvollzug die Landesjustizbehörden kritisiert. Die gebotene Aufsicht durch das Landesjustizvollzugsamt sei in Siegburg offenbar nicht ausreichend wahrgenommen worden, heißt es in dem Bericht der Kommission, der an NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) übergeben wurde. Die mangelnde Aufsicht habe dazu beigetragen, dass sich die Einrichtung in Siegburg "zu einem betreuungsarmen Verwahrvollzug zurückentwickelt hat". Pressekonferenz im Audio-Format (Real-Player erforderlich) mit Kommissionsvorsitzendem Werthebach; Artikel vom 01.02.07 im Kölner Stadtanzeiger 

Schlußbericht der Kommission Gewaltprävention im Strafvollzug von NRW
In einem Gutachten "Gewalt unter Gefangenen im Strafvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen" wurden vom Kriminologischen Dienst 638 Gefangenenpersonalakten aus dem Erwachsenen- und Jugendstrafvollzug im Jahr 2005 ausgewertet. Erste Ergebnisse des Gutachtens ergeben, dass etwa  1/3 aller Gewaltvorfälle im Haftraum,  15 - 20 Prozent in den Gängen, Hof und Flur sich ereigneten. Dabei war keine Schwerpunktbildung an Wochenenden erkennbar. Über 60 Prozent der Gefangenen, die im Vollzug gewalttätig wurden, waren wegen früherer Gewaltdelikte verurteilt worden. Ein nicht unerheblicher Teil dieser Gefangenen ist suizidgefährdet, deshalb werden sie in Gemeinschaftszellen untergebracht. Die meisten Gewalttaten im Vollzug entstehen aus einer spontanen Situation, seien also nicht geplant. Etwa die Hälfte aller Gewaltfälle ist als leicht zu bewerten, etwa jeder 10. Fall ging mit schwereren Verletzungen einher. Studie vom Kriminologischen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen (KrimD NRW)

"Wahlkämpfe machen Gefängnisse voll"- Interview mit Prof. Feest
Härtere Urteile sorgen für volle Haftanstalten: Der Strafrechtler Johannes Feest führt die steigenden Gefangenenzahlen auf zunehmenden Populismus von Politikern und Medien zurück. Manchmal, wie in Hamburg, laufe es aber auch umgekehrt. Interview vom 02.01.07

Zweiter Periodischer Sicherheitsbericht der Bundesregierung liegt vor
Der Bericht zeichnet ein umfassendes Bild der Kriminalitätslage und -entwicklung in Deutschland. Er fasst aktuelle Erkenntnisse aus amtlichen Datensammlungen - insbesondere der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und den Strafrechtspflegestatistiken - zusammen. Diese werden ergänzt mit Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen zu Erscheinungsformen, zum Dunkelfeld, zu Ursachen von Kriminalität und Erkenntnissen aus der Sicht der Opferperspektive.
In der Presserklärung des BMJ vom 15.11. wird u.a. ausgeführt: "Der Bericht zeigt, dass Sanktionen ohne Freiheitsentzug mit einer geringeren Rückfallwahrscheinlichkeit verbunden sind als Haftstrafen." Presseerklärung
Der Sicherheitsbericht kann komplett in einer Lang- und Kurzfassung und in einzelnen Abschnitten heruntergeladen werden:
Kurzfassung                  Langfassung  
Den Interessierten am Sanktionensystem empfehlen wir den Abschnitt 6.3: Sanktionen
- Vom Täter-Opfer-Ausgleich bis zur Entlassung aus dem Strafvollzug

Maßregelvollzug: Situation angespannt - Betroffene und rechtsstaatliche Standards im Blick behalten
Seit Jahren schon wächst der Druck auf die Maßregelanstalten: Psychiatrische Krankenhäuser und Entziehungsanstalten müssen immer mehr Straftäter aufnehmen und behandeln. Waren in Bayern im Jahre 1996 noch 975 Personen im Maßregelvollzug untergebracht, so stieg ihre Zahl 2005 auf mehr als das Doppelte. In einigen Bundesländern erhöhte sich zusätzlich noch die Dauer der Unterbringungen: Die Betroffenen verbleiben immer länger in den Anstalten. Diese Entwicklung beschrieben alle Referenten des Fachgesprächs der Bundestagsfraktion der Grünen / Bündnis 90 am 26.06.06 in Berlin zum Maßregel- und Führungsaufsichtsrecht übereinstimmend. Bewährungshelfer Zimmerhackel
aus München kritisierte die geplanten Strafschärfungen als wirkungslos, Ausweitungen des Weisungskataloges hingegen seien sinnvoll. Auch die Möglichkeit der Krisenintervention sei zu begrüßen.
http://www.gruene-bundestag.de/cms/innen_recht/dok/137/137648.htm

DBH-Bundestagung vom 27.-30.09.06 in Bremen
Der DBH-Fachverband organisierte die 19. Bundestagung zu der Thematik: "Sicherheit und Risiko - Soziale Arbeit im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Privatisierung" in Bremen. An dieser Fachtagung, die alle drei Jahre stattfindet, nahmen 250 Fachleute aus allen Regionen Deutschlands teil. Auch Teilnehmer aus der Schweiz und den Niederlanden waren anwesend. 
Zwei unterschiedliche Trends bestimmen die aktuelle Kriminalpolitik: Das Bedürfnis der Bevölkerung nach Sicherheit nimmt zu und findet sich wieder in Maßnahmen zu verstärkter Kontrolle und Strafverschärfung. Gleichzeitig werden immer mehr öffentliche Aufgaben privatisiert und damit dem direkten staatlichen Einfluss entzogen. So sollen ab 2007 in Baden-Württemberg die Bewährungs- und Gerichtshilfe in freier Trägerschaft organisiert werden. Die bundesweite Reform der Führungsaufsicht wird dagegen zu einer stärkeren Kontrolle von Straftätern führen, unter Androhung erweiterter Sanktionen. Diese Entwicklungen haben konkrete Auswirkungen auf die Arbeit in der staatlichen und freien Straffälligenhilfe, aber auch auf das Verhältnis zwischen Justiz und justiznaher Sozialarbeit. Bestehende Kooperationen werden in Frage gestellt und müssen neu definiert werden. Für viele Praktiker, aber auch für die Verantwortlichen in Vereinen, Organisationen und in Einrichtungen der Justiz stellen sich neue Fragen: Werden durch die Privatisierung die Freiräume geschaffen, die innovative Entwicklungen erst ermöglichen? Oder gerät die Justiz durch die Auslagerung wichtiger Aufgaben in neue Abhängigkeiten? Sind die notwendigen Reformen nicht auch innerhalb der Justiz möglich? Oder kann ein freier Träger viel effektiver und qualifizierter auf aktuelle Entwicklungen reagieren und entsprechende Angebote für die Klienten entwickeln? Welche Antworten hat die Sozialarbeit auf die aktuellen Fragestellungen? Auf der DBH-Bundestagung wurden die verschiedenen Blickwinkel dargestellt und diskutiert.
Die Beiträge der Tagung sind in den DBH-Materialien Nr.55 "Sicherheit und Risiko" dokumentiert. bestellen
In 15 Arbeitsgruppen wurden aktuelle Themen zur Entwicklung der Straffälligenhilfe diskutiert. In der Eröffnungsveranstaltung wurden u.a. folgende Themen behandelt: Sinkt die Sonne der Resozialisierung?; Stalking; berufliche Garantenstellung; Totalrevision der Sozialen Dienste?; Freie Trägerschaft in Europa. In der Abschlussveranstaltung referierte Bundesverfassungsrichter Broß zu "Fürsorgepflicht und Gewinnmaximierung schließen sich gegenseitig aus". 
Aktuelle Fotos von der Tagung können hier im Internet angesehen werden
Im Ausschreibungstext sind der Ablauf und alle Arbeitsgruppen aufgeführt: 
Ausschreibung

Alle Gesetze sind im Internet verfügbar
Das Bundesjustizministerium hat in einem gemeinsamen Projekt mit der juris GmbH das gesamte aktuelle Bundesrecht kostenlos veröffentlicht. Es handelt sich um rund 5.000 Gesetze und Rechtsverordnungen des Bundes in der aktuell geltenden Fassung. Über eine alphabetische Suchfunktion gelangt man einfach zum gesuchten Gesetzestext. www.gesetze-im-internet.de

"Wenn Jugendliche straffällig werden"
In einem Praxisleitfaden beschreibt Gabriele Scheffler ( BAG-S) Grundlegendes zur Jugendkriminalität und dem Jugendstrafrecht. Dabei handelt es sich um eine 80-seitige Broschüre für Eltern, Lehrer, Multiplikatoren und auch für Betreuer von Jugendlichen.
http://www.bag-straffaelligenhilfe.de/pdf/JW_230106.pdf

Justizvollzugspsychologie in Schlüsselbegriffen - Buchempfehlung
Dieses Fachbuch wendet sich an Interessierte, die sich mit den Fragen beschäftigen: Wie können Straftäter wirksam behandelt werden? Wie zuverlässig sind Prognoseentscheidungen zur Gewährung von Ausgängen und vorzeitiger Entlassung? Wie wird bei einer Geiselnahme im Gefängnis verfahren? Wissenschaftler und Praktiker geben in diesem Handbuch einen aktuellen Überblick über alle relevanten Themenbereiche von der Behandlung von Tätern und den Umgang mit bestimmten Tätergruppen über unterschiedliche Vollzugsformen bis zur Sicherheit und Organisations- sowie Personalentwicklung im Gefängnis. Der Herausgeber ist Gefängnispsychologe in der JVA München-Stadelheim. Einen sehr interessanten Beitrag hat Werner Sohn von der KrimZ zu Geiselnahmen beigetragen. Er geht auf die Sicherheit im Vollzug ein, beschreibt Geisellagen in Justizvollzugsanstalten, polizeitaktische und psychologische Aspekte der Bewältigung von Geisellagen und geht auf die Belastung der Opfer, der besonderen Gefährdung von weiblichen Vollzugsbestiensteten und präventive Methoden ein.
Justizvollzugspsychologie in Schlüsselbegriffen, Willi Pecher (Hrsg.),Stuttgart 2004, ISBN Nr. 3-17-017652-8

KrimCD erschienen: Kriminologische Einzelfallanalyse
Die KrimCD ist die erste deutschsprachige Kriminologie-CD-ROM und geht völlig neue Wege. Durch die Möglichkeit, Bild, Ton und Text auf einem Medium zu speichern und vorzustellen, ist die CD-ROM dem herkömmlichen Buchdruck – gerade für den vorliegenden Zweck – weit überlegen. Ausgewählte Texte zur kriminologischen Einzelfallanalyse findet man hier ohne lästiges und mühseliges Suchen in Bibliotheken. Anonymisiert enthält die KrimCD lehrreiche Fälle, Explorationen, Gutachten und Stellungnahmen, auf die man sonst keinen Zugriff hätte. Die Dokumente der KrimCD sind durch interne Hyperlinks sprung- und wortgenau durch Textmarken verbunden und werden durch ein verlinktes Inhalts- und Stichwortverzeichnis erschlossen. Mit maximal fünf (!) Klicks kommt man von einem Ende der KrimCD bis zum anderen. Weitere neue Möglichkeiten bieten externe Hyperlinks in das Internet. Mit ihnen tritt der Nutzer direkt mit Kriminologen auf der ganzen Welt in Kontakt.
Weitere Informationen und die Bezugsquelle entnehmen Sie bitte dem Dokument des Autoren, Dr. Wulf (PDF-Datei)

Die Rückfallstatistik des Bundesjustizministerium liegt vor
Eine umfassende Studie zum Rückfall von Straftätern liegt vor. Beobachtet wurden alle im Jahr 1994 zu Geld- und Bewährungsstrafe Verurteilten und nach Teilverbüßung aus der Haft Entlassenen. Danach werden 35 % der strafrechtlich Verurteilten später erneut wieder straffällig. Bei der verhängten Geldstrafe liegt die Rückfallquote bei 30 %. Blieb die Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt, wurden nur 45 % erneut straffällig. Dagegen wurden 56 % der aus dem Gefängnis Entlassenen wieder rückfällig. Die Studie wurde durch Prof. Dr. Wolfgang Heinz und Prof. Dr. Jörg-Martin Jehle durchgeführt. Sie verfolgte die Strafkarriere von fast einer Million Menschen.
Auf der Internetseite des BMJ kann die Studie als PDF-Datei heruntergeladen werden

Glossar "Strafrecht in Europa"
Dieses Glossar wurde für diejenigen entwickelt, die daran interessiert sind, wichtige Begriffe aus dem Strafrecht nicht nur übersetzt, sondern auch erläutert zu bekommen. Die zunehmende Vernetzung Europas macht deutlich, dass eine genaue Kenntnis der unterschiedlichen Strafrechtssysteme und eine Verständigung darüber unabdingbar sind.
mehr:
www.ju-lex.com

Zur aktuellen Diskussion der Jugendkriminalität
DBH-Thesen
Resolution von Prof. Wolfgang Heinz:
"Für eine Verschärfung des Jugendstrafrechts besteht kein Anlass."
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Kriminalpolitische Herausforderungen Fachtagung 28.-29.04.08 i
n Zinnowitz / Usedom
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Ehrenamtliche Straffälligen- und Bewährungshilfe Fachtagung 21.-22.05.08 in Berlin-Schwanenwerder
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Schwitzen statt Sitzen - Wo steht die Gemeinnützige Arbeit heute? DBH- / DPWV-Fachtagung 27.05.08 Frankfurt
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Probation meets Prevention Workshop der CEP auf dem 13. Deutschen Präventionstag 01.- 03.06.08 in Leipzig
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DBH-Fortbildungskalender
Fortbildungskalender 2008 Einzelausschreibungen: 

Kriminalpol. Herausforderungen
Anti-Gewalt-Training
Schuldnerberatung
Sokratischer Dialog
Schwitzen statt Sitzen
Gesprächsforum Gruppenarbeit
Deutscher Präventionstag
Ehrenamtliche Straffälligen- + Bewährungshilfe
Probation meets Prevention

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Weitere Ausschreibungen folgen

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Veranstaltungshinweise
Hier finden Sie Hinweise auf Veranstaltungen für das Arbeitsfeld der Straffälligen- und Opferhilfe.
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Adressen der Sozialen Dienste der Justiz, JVAs, Straffälligenhilfe, Gerichte und Staatsanwaltschaften
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Fotos von aktuellen DBH- Veranstaltungen 
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DBH-Materialien:

Nr.60: Nachsorgeprojekt Chance 
Kein "Entlassungsloch" für junge Strafentlassene - Nachbetreuung von Jugendlichen nach der Haftentlassung
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DBH-Materialien Nr.60 - Nachsorgeprojekt Chance

Nr.59:
erscheint demnächst

Nr.58: Evaluation eines Netzwerkes zur Kommunalen Kriminalprävention
 
Die Aktion "Zivilcourage - Mut gegen Gewalt" in Bremerhaven
Autoren: Rainer Hoffmann / Falco-Michael Schmidt bestellen
DBH-Materialien Nr.58: Evaluation eines Netzwerkes zur Kommunalen Kriminalprävention

Nr.57: Die Zeugenbetreuung am Gericht 
Ein praxisorientiertes Handbuch
Autor: Michael Roth
116 Seiten
Beschreibung
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DBH-Materialien Nr.57: Zeugenbetreuung am Gericht

Nr.56: Klassifikation der Betreuungsintensität in der Bewährungshilfe
- Die Evaluierung des Kategorienmodells
von Wilhem S. Schmitt
Das Kategorien- modell wird ausführlich auf 165 Seiten beschrieben
DBH-Materialien Nr.56: Klassifikation der Betreuungsintensität in der Bewährungshilfe - Die Evaluierung des Kategorienmodells
und ausgewertet. Das Buch enthält auch die Bewertungsbögen zur  Problemlagen- und Falleinschätzungsanalyse.
Rezension (von W.Klug)
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Nr.55: Sicherheit und Risiko
Soziale Arbeit im Spannungsfeld von Kontrolle und Privatisierung
26 Beiträge zu Bewährungshilfe im Wandel, 
DBH-Materialien Nr.55 - Sicherheit und Risiko
Gefährlichkeitsanalyse, Vernetzung, Privatisierung der Bewährungshilfe und im Strafvollzug, Wiedereingliederung von Straffälligen, Ehrenamtliche Bewährungshilfe, Reform der Führungsaufsicht, Zusammenarbeit von Justiz + Suchtkrankenhilfe, Armut und Straffälligkeit (Beiträge der DBH-Bundestagung 2006 in Bremen) bestellen

Nr.54: Training Soziale KompetenzenTraining Soziale Kompetenzen
Das Training zur Verbesserung der Sozialen Kompetenzen ist von Praktikern entwickelt worden, um die bisher Arbeit in der Bewährungshilfe zu ergänzen.
Ziele des Trainings sind:
- Entstehung und Verlauf von Konflikten so zu beeinflussen, dass sie zu einem sozial befriedigenden Ausgang führen.
- Soziale Handlungskompetenz zu verbessern.
- Die Dynamik der zwischenmenschlichen Beziehungen zu erkennen und auf das eigene Handeln anzuwenden.
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Nr.53: Therapie und BewährungTherapie und Bewährung
Immer wieder erregen schwere Sexualstraftaten öffentliches Aufsehen. Bürger und die Presse fordern größtmöglichen Schutz vor besonders rückfallgefährdeten Sexualstraftätern. Diese Thematik war Gegenstand einer Fachtagung in der erfahrene Fachjuristen, Psychiater und Psychologen aus Sicht von Theorie und Praxis die Arbeit bestehender Einrichtungen vorführten sowie Voraussetzungen, Vorgehensgrundlagen und Standards einer effektiven Tätertherapie erörterten.
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Nr.52: Schwitzen statt SitzenSchwitzen statt Sitzen
Das vorliegende Handbuch wurde hauptsächlich von Praktikerinnen und Praktikern, die in Einrichtungen zur Vermittlung Gemeinnütziger Arbeit tätig sind, erarbeitet. Ziel dieses gemeinsamen Unternehmens war es, sich auf Standards für die Qualität der inhaltlichen Arbeit für die Praxis zu einigen. Damit werden die bereits bestehenden Standards der einzelnen Einrichtungen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht.
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Fachlexikon der sozialen Arbeit

Herausgeber: 
Deutscher Verein
für öffentliche und
private Fürsorge
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Gespräche mit Jugendlichen in Haft

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