Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

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DBH-Materialien Nr.74
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DBH-Materialien Nr.75
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Milgram “lite”: Menschen weiter zur Folter bereit

US-Psychologen haben das berühmt-berüchtigte Milgram-Experiment wiederholt. Ihre Publikation im American Psychologist (Online) zeigt, dass Menschen heute, wie vor 45 Jahren, den Gehorsam über ihr Gewissen stellen.
In dem Experiment wurde 40 Männern im Alter von 20 bis 50 Jahren vorgemacht, dass sie an einem Lernexperiment teilnähmen. Angebliches Ziel sei es, die Wirkung von Strafe auf den Lernerfolg zu untersuchen. Sie sollen als Lehrer fehlerverhalten bestafen. In einem Nebenraum war angeblich ein Schüler an einen elektrischen Stuhl gefesselt und ihm wurden Stromstöße verabreichen, wenn dieser in einem Test Fehler machte. Bei jeder falschen Antwort sollte der Schüler einen um 15 Volt stärkeren Stromschlag erhalten. Schließlich hörten die Versuchspersonen ein immer stärkeres Stöhnen und ab 150 Volt Schmerzensschreie. Doch die meisten machten bis 450 Volt weiter, nachdem der Studienleiter sie dazu aufforderte.
Milgram von der Yale Universität wollte Anfang der 60er-Jahre damit ergründen, warum so viele Menschen während der NS-Zeit bereit waren, sich aktiv am Genozid an Juden und anderen Bevölkerungsgruppen zu beteiligen. Jetzt wurde der Versuch in abgeschwächter Form wiederholt, mit ähnlich erschreckendem Ergebnis.
Siehe dazu den Artikel: STROMSTOSS-EXPERIMENT - So leicht werden Menschen zu Folterknechten Spiegel Online, 19.12.08
Die Experiment-Beschreibung und Auswertung von Jerry Burger von der Universität in Santa Clara/Kalifornien (Englisch) Studie Milgram "light"

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