Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
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Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

Kriminalpolitik gestalten: Übergänge koordinieren - Rückfälle verhindern - 20. DBH-Bundestagung

Der DBH-Fachverband führte zum 20.Mal seine Bundestagung durch. Es nahmen an den verschiedenen Workshops und Plenumsveranstaltungen 250 Fachleute aus der Bewährungs- und Straffälligenhilfe, dem Strafvollzug, den Universitäten und anderen interessierten Bereichen teil. Vertreter verschiedener Justizministerien der Länder waren anwesend.
Im thematischen Mittelpunkt der Tagung stand der Übergang zwischen dem Strafvollzug, der Nachbetreuung durch Bewährungs- und Straffälligenhilfe und die weiteren Kooperationen mit anderen Einrichtungen. Es wurden verschiedene Konzepte der Resozialisierung vorgestellt, die international und regional Beachtung finden.
Entsprechend internationalen Entwicklungen empfahl der Referent der Eröffnungsveranstaltung Prof. Dr. Bernd Maelicke auch eine Umsteuerung der aufgewendeten finanziellen und personellen Mittel der Justiz: "Entscheidend für weniger Rückfall und damit für mehr Sicherheit der Bürger ist die Phase der Wiedereingliederung nach der Entlassung - dieses ‚Entlassungsloch’ muss vorrangig begleitet und kontrolliert werden ". Maelicke verwies auf bundesweit zurückgehende Gefangenenzahlen. Dies ermögliche einerseits einen besseren Behandlungsvollzug für weniger Gefangene und schaffe anderseits Personalreserven für den Ausbau der ambulanten Resozialisierungsdienste. Nach Maelicke sind bundesweit 1000 zusätzliche Bewährungshelfer erforderlich. Die bei der Bewährungshilfe stark gestiegenen Fallzahlen gefährden Erfolge und lassen eine qualifizierte Wahrnehmung neuer Aufgaben wie z.B. im Übergangsmanagement vor und nach der Entlassung nicht zu.
Es wurden auf der Tagung nicht nur die besten Beispiele vorgestellt, sondern es wurden auch die Mängel der bestehenden Systeme benannt und Lösungsansätze vorgestellt. Dabei wurden besonders über das notwendige Zusammenwirken von risikoorientierter Strafvollstreckung, Bewährungs- und Straffälligenhilfe Anregung gegeben. Grundlegende Informationen lieferten dazu die Erfahrungen der Züricher Bewährungs- und Vollzugsdienste.
Forscher und Praktiker aus den USA waren anwesend sein, die sowohl das bestehende System der Restriktion, als auch den „Wind des Wechsels“ beschrieben.
Die Beteiligten der tagung waren sich einig, dass in der Phase des Übergangs vom Strafvollzug zur Nachbetreuung für die Kriminalprävention die stärkste Herausforderung besteht, da die Rückfallgefahr in den ersten Monaten der Haftentlassung am größten ist. Gemeinsam muss von allen Beteiligten daran gearbeitet werden, die Rückfallraten nach dem Strafvollzug in Höhe von 80 % und Jugendarrest von 70 % zu reduzieren. Die strukturellen Probleme, die sich durch unterschiedliche Zuständigkeiten und ein Ressortdenken auf den verschiedenen Ebenen ergeben, müssen aufgedeckt und beseitigt werden.
Nur wenn es gelingt, die Haftentlassenen in ambulanten Programmen weiter zu betreuen, auf eine Berufsausbildung oder Arbeit vorzubereiten, Wohnungsprobleme zu lösen, Schulden zu regulieren, Drogenhilfe und weitere Hilfsangebote in Kooperation mit ambulanten Diensten in Anspruch zu nehmen, dann kann in den besonders gefährdeten ersten zwei Jahren nach dem Strafvollzug die Resozialisierung verbessert werden.
Die DBH-Bundestagung eröffnete am 23.09. in der Baden-Württembergischen Landesvertretung (Nähe Potsdamer Platz) mit Vorträgen aus Politik, Wissenschaft und Praxis. Am 24.09. wurden Workshops in der Freien Universität (Berlin-Dahlem) zum Schwerpunkt und weiteren Themen durchgeführt. Am 25.09. wurden durch weitere Vorträge die Thematik erweitert und abschließend die Ergebnisse zusammengefasst.
Presseerklärung zur Wahl des neuen DBH-Präsidiums
Presseerklärung zum Übergangsmanagement
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