Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
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Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

3. Bewährungshelfer-Tag: gemeinsame Abschlusserklärung

Vom 12.-13.05.2011 fand der 3. Bewährungshelfer-Tag in Berlin mit über 100 Teilnehmenden statt. Mit dem thematischen Schwerpunkt "Von der Bewährungshilfe zum ambulanten Sozialen Dienst der Justiz" wurde insbesondere die Situation in Nordrhein-Westfalen in Vorträgen und Arbeitsgruppen reflektiert. Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung des Justizministeriums und der Landesarbeitsgemeinschaft in der Landesvertretung NRW durchgeführt. Die Veranstalter, der DBH-Fachverband und die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Bewährungshelfer/innen (ADB), gaben zum Abschluss eine gemeinsame Erklärung heraus.
In dieser ist u.a. formulierte: "Die Klientel der Sozialen Dienste der Justiz / Bewährungshilfe gilt nicht nur als marginalisiert, stigmatisiert und chancenlos, sondern wird oft auch generalisierend als unkooperativ und gefährlich bezeichnet. Wir setzen uns vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrungen für eine differenziertere Wahrnehmung und mehr Zuversichtlichkeit in Bezug auf die Veränderungsbereitschaft und Lernfähigkeit ein. Zweifellos sind die Lebenslagen komplexer geworden, häufig begegnen uns Probanden mit vielfachen Benachteiligungen und Problemen. Ein generelles Klagen darüber, dass alles immer schlechter werde, halten wir gleichwohl für unangemessen. Wir tragen bewusst die gesellschaftliche und politische Entscheidung mit, Menschen mit Problemen nicht vornehmlich in geschlossenen Einrichtungen wegzuschließen. Bewährungshilfe will und kann sie durch ihre Arbeit bewusst unterstützen und dadurch gesellschaftliche Integration fördern. Resozialisierung ist ein zweiseitiger Prozess, der auch von der Gesellschaft etwas verlangt. Bewährungshilfe leistet professionelle Hilfen zur Resozialisierung und Integration, aber die Gesellschaft muss zur Wiedereingliederung in das Arbeitsleben, Wohnumfeld, Sport und Freizeit bereit sein.
Niemand soll chancenlos bleiben. Integration ist der beste Weg sozialer Kontrolle. Wer allein, ausgegrenzt und mit dem Rücken zur Wand steht, wird die Erwartungen hinsichtlich eines straffreien Lebens nicht erfüllen.
Auch Probanden mit erheblichen Rückfallrisiken sind nicht nur gefährlich. Wir betreiben qualifizierte Risikoeinschätzung - wohl wissend, dass menschliches Verhalten nicht sicher zu prognostizieren ist - und vor allem Risikominderung, denn Gefährlichkeit ist keine Charaktereigenschaft, sondern eine veränderbare, durch unsere Arbeit beeinflussbare Variable. Wir leisten dazu mit Methoden und Angeboten Sozialer Arbeit wichtige Beiträge.
Bewährungshilfe hat sich den wachsenden Anforderungen und zunehmenden Aufgaben gestellt. Sie hat sich zu einem wirksamen Instrument der Strafrechtspflege entwickelt. Um diesen Anforderungen entsprechen zu können, bedarf es u.a. ausreichender sachlicher und personeller Ressourcen, die in kaum einem Bundesland tatsächlich gegeben sind.
Die Fallbelastung ist auch in Hinblick auf neue Anforderungen in den Bundesländern zu reduzieren, dementsprechend muss das Personal angemessen aufgestockt werden."
Abschlusserklärung vom 3. Bewährungshelfer-Tag 2011

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