Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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DBH-Materialien Nr.75
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Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2012

Mehr als jeder Sechste in Deutschland gilt als armutsgefährdet. Der neue Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes 2012 zeigt auch, dass Armut regional unterschiedlich verteilt ist. In Baden-Württemberg und Bayern leben laut der neusten bundesweiten Erhebung nur wenig arme Menschen. Dagegen gelten Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt als Problemregionen mit den meisten Armen in Deutschland. Demnach ist seit 2006 die Armutsgefährdungsquote in Deutschland weiter angestiegen und hat 2011 mit 15,1 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Das sind 12,4 Millionen Menschen – rund eine halbe Million Personen mehr als noch 2010.
Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens für seine Lebensführung zur Verfügung hat. Bei einem Ein-Personen-Haushalt sind dies weniger als 848 Euro, bei einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren weniger als 1781 Euro.
In dem Bericht, der die Daten von 2011 auswertet, wird ausgeführt:
Im Länderranking hat sich im Vergleich zu 2010 wenig verschoben: Baden-Württemberg löst mit einer Armutsquote von 11,2 Prozent Bayern
(11,3 %) an der Spitze ab. Am unteren Ende der Skala übernimmt mit Bremen (22,3 %) erstmalig ein westdeutsches Bundesland hinter Mecklenburg-Vorpommern (22,2 %) die rote Laterne.
Ein größerer Absturz ist lediglich bei Berlin zu verzeichnen und zwar vom 12. gleich auf den 14. Platz hinter Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Im mehrjährigen Vergleich aller Länder fällt auf, dass Deutschland zwar nach wie vor ein zerrissenes Bild hinsichtlich seiner Armutsquoten abgibt, dass jedoch die Armutsspanne zwischen den Ländern in den letzten vier Jahren zunehmend kleiner geworden ist.
Lagen in 2007 zwischen dem ersten Platz (Baden-Württemberg mit einer Armutsgefährdungsquote von 10 %) und dem letzten Platz (Mecklenburg-Vorpommern mit 24,3 %) noch 14,3 Prozentpunkte Differenz, so sind es in 2011 zwischen Baden-Württemberg (11,2 %) und Bremen (22,3 %) „nur“ noch 11,1 Prozentpunkte.
Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind zwar noch eklatant, werden jedoch seit 2005 im Trend etwas kleiner. Betrug damals die Armutsquote West 13,2 Prozent und die Armutsquote Ost 20,4 Prozent, mithin eine Differenz von 7,2 Prozentpunkten, beträgt diese in 2011 gerade noch 5,5 Prozentpunkte. Bemerkenswerterweise ist diese Annäherung in etwa gleichen Teilen einer Verbesserung der Situation im Osten und einer Verschlechterung der Situation im Westen geschuldet.
Positive Trends gestoppt, negative Trends beschleunigt, Armutsbereicht des Paritätischen 2012

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