Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

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DBH-Materialien Nr.74
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DBH-Materialien Nr.75
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Von der Kopflosigkeit im Umgang mit verurteilten Straftätern - Bestrafen und heucheln

Thomas Galli schreibt in der Tageszeitung "taz" über Strafverschärfungen, horrende Kosten für Therapien, die Ausdruck eines täterzentrierten Denkens sind. An die Opfer wird wenig gedacht. Er ist von Beruf Kriminologe und Psychologe und arbeitet als Abteilungsleiter in der JVA Straubing. In einem weiteren Artikel "Von der Kopflosigkeit im Umgang mit verurteilten Straftätern" nimmt er kritisch Stellung zu den neuen gesetzlichen Regelungen der Sicherungsverwahrung.
Er führt aus:
"Seit es Staaten gibt, stehen die Täter im Mittelpunkt ihres Strafrechts. Dies gilt auch bei schweren Gewalt- und Sexualstraftaten. Infolge dieses täterzentrierten Denkens, das seinen Niederschlag zunehmend in der medialen Berichterstattung findet, werden immer längere Strafen beziehungsweise präventiver Freiheitsentzug gefordert. Die Täter werden mit steigendem Aufwand und für viel Geld von Psychiatern, Psychologen und anderen Fachleuten begutachtet und therapiert – die Kosten für die Behandlung nur eines Sexualmörders können im Laufe der Jahre in die Millionen gehen.
Dabei ist es sehr umstritten, inwieweit Bestrafung und Behandlung Einzelner langfristig tatsächlich zur Reduzierung krimineller Taten beitragen. Mit den Tätern als Projektionsflächen großer Wut und Angst lässt sich gut Politik machen. Die dafür aufgewandten Ressourcen wären langfristig aber sinnvoller in eine umfassende Aufarbeitung individueller und gesellschaftlicher Ursachen von schädigendem Verhalten investiert." siehe taz, 11.02.13
Von der Kopflosigkeit im Umgang mit verurteilten Straftätern

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