Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

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DBH-Materialien Nr.74
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DBH-Materialien Nr.75
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„Schwitzen statt Sitzen“ in Baden-Württemberg - zwei Millionen jährlich für das Netzwerk Straffälligenhilfe

Justizminister Stickelberger hat erklärt, dass das Land Baden-Württemberg für die Jahren 2014 – 17 vorsieht jeweils zwei Millionen Euro dem Netzwerk Straffälligenhilfe zur Erfüllung der Aufgaben: Vermittlung und Durchführung von gemeinnütziger Arbeit zur Abwendung der Ersatzfreiheitsstrafe zur Verfügung zu stellen. Landesweit wird vom Netzwerk die Ableistung gemeinnütziger Arbeit angeboten. Die Vermittlung erfolgt durch die jeweiligen regionalen Vereine der Bewährungs- und Straffälligenhilfe. Damit wird eine bewährte Praxis fortgesetzt und mittelfristig eine Absicherung der freien Träger gewährleistet.
Landesweit zuständig für das Projekt „Schwitzen statt Sitzen“ ist das Netzwerk Straffälligenhilfe. Es vermittelt diejenigen in gemeinnützige Arbeit, die eine Geldstrafe nicht bezahlen können und deshalb mit einer Ersatzfreiheitsstrafe rechnen müssen. Einsatzstellen werden auch dann vermittelt, wenn die gemeinnützige Arbeit als Bewährungsauflage oder als Voraussetzung für die Einstellung eines Ermittlungsverfahrens auferlegt wurde. Im Jahr 2012 wurden durch das Projekt mehr als 150.000 Tage in Haft vermieden.
Dagegen wird das Projekt eines Strafvollzuges mit elektronischer Aufsicht (Fußfessel) im Rahmen eines Hausarrestes oder im Freigang nicht fortgesetzt. In einem Modellversuch mit Strafgefangenen mit Ersatzfreiheitsstrafe, Freigängern und Gefangenen in der Entlassungsphase wurden vom 01.10.2010 bis 31.03.12 statt geplanter 75 Probanden pro Jahr nur 46 in der gesamten Laufzeit überwacht. Davon war nur ein Proband, der eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßte. „Vor allem hat der Modellversuch aber gezeigt, dass das Tragen einer elektronischen Fußfessel keine Alternative zu einer Ersatzfreiheitsstrafe ist. Denn während des gesamten Modellversuchs hat sich nur ein einziger Gefangener gefunden, der dafür geeignet war“, führte Justizminister Stickelberger aus.
Presseerklärung des JM Baden-Württemberg, 22.05.2013

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