Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

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The road from crime - Der Weg aus Straftaten (Film)

Der Film "The road from crime" wurde als Teil eines Projekts produziert, das sich zum Ziel setzt, Wissen zu vermitteln, warum es Menschen gelingt, den Ausstieg aus der Kriminalität zu schaffen. Umfangreichere Informationen über das Projekt oder um einen Kommentar zum Film abzugeben, finden Sie in dem Discovering Desistance Blog. Auf einer speziellen Internetseite sind auch Dokumente zu How and why people stop offending zusammengestellt.
Das Projekt wurde finanziert vom Economic and Social Research Council und der George Mason University. Projektleiter ist Fergus McNeill vom Scottish Centre for Crime and Justice Research. Weitere Mitglieder des Projektteams sind Stephen Farrall (University of Sheffield), Claire Lightowler (Institute for Research and Innovation in Social Services) und Shadd Maruna (Institute of Criminology & Criminal Justice, Queen’s University Belfast).

Beschreibung des Films:
"Der Ausgang am Gefängnistor gleicht häufig einer Drehtür, werden doch fast 60 Prozent der entlassenen Häftlinge innerhalb der nächsten zwei Jahre rückfällig. Gefängnisse und Bewährungsabteilungen haben im Laufe des letzten Jahrhunderts buchstäblich alles in ihrer Macht Stehende getan, um Straffällige zu rehabilitieren, aber die Ergebnisse waren durch die Bank enttäuschend, was viele zu dem Fazit verleitete, dass „nichts funktioniert“. In den letzten zehn Jahren ist eine Gruppe von Kriminologen auf etwas gestoßen, was schon vorher eine naheliegende Quelle der Inspiration hätte darstellen können: die anderen 40 Prozent!
In diesem beeindruckenden und zur rechten Zeit erscheinenden Dokumentarfilm stellt Allan Weaver, ein schottischer Ex-Straffälliger und heutiger Bewährungshelfer (Autor des Buchs So You Think You Know Me?) eine simple Frage: Was können wir von jenen ehemaligen Häftlingen lernen, die sich erfolgreich von ihrer kriminellen Vergangenheit distanziert haben oder "anständige Bürger" wurden?
Der Film nimmt dort seinen Anfang, wo es auch für ihn begann: auf den Straßen seiner Heimatstadt und im Barlinnie-Gefängnis in Glasgow. Von dort ausgehend versucht Allan zu verstehen, wie Menschen wie er selbst in den Teufelskreis von Straftat und Bestrafung geraten können und wie sie aus diesen Mustern ausbrechen und zu einem neuen Leben gelangen. Seine Reise führt ihn quer durch Großbritannien, wo er eine Reihe von Ex-Häftlingen und Aktivistengruppen, Bewährungshelfer sowie kriminologischen Experten von London bis Washington, D.C., trifft.
Er erfährt, dass vieles von dem, was das Strafrechtssystem unternimmt, tatsächlich durch die Stigmatisierung der Ex-Häftlinge zu hohen Rückfallquoten führt. So geben nur wenige Ex-Häftlinge an, sie seien durch das Strafrechtssystem „rehabilitiert” worden. Stattdessen machen viele ihre Erfahrungen mit dem Strafrechtssystem dafür verantwortlich, dass sie im Teufelskreis von Straftat und Bestrafung gefangen blieben.
Allan lernt, dass echter Wandel in der Regel Prozesse der Selbstfindung und der gegenseitigen Unterstützung voraussetzt. Er findet heraus, dass der Ausstieg aus der Kriminalität ein innerer Wandlungsprozess ist, der allerdings so gut wie nie ohne äußere Unterstützung vonstatten geht. Ehemalige Häftlinge sprechen detailliert über die eindrucksvollen Menschen, die an sie geglaubt haben, als andere die Hoffnung aufgegeben hatten, und wie ihnen klar wurde, dass auch sie anderen Menschen – darunter vielfach den eigenen Kinder – etwas zu bieten hatten. Entscheidend beim Ausstieg ist für sie die Erkenntnis, dass man mehr ist als die Summe seiner Straftaten, und dass man seine eigene Menschlichkeit, seine Potenziale und sein wahres Selbst wiederentdecken muss.
Die große Frage – besonders drängend für Allan als Bewährungshelfer – lautet, ob wir diese häufig so schwer fassbaren Dynamiken in Interventionen des Strafrechtssystems überführen können. Kann das Strafrechtssystem verbessert werden durch ein besseres Verständnis für das Funktionieren der Wandlungsprozesse beim Ausstieg? Inwiefern wäre das Strafrechtssystem anders, wenn es von Leuten wie Allan geführt werden würde, der den Prozess selbst durchlaufen hat?
Auf der Suche nach Antworten stößt Allan auf eine faszinierende Welt aus von Ex-Häftlingen initiierten Unterstützungs- und Aktivisten-Gruppen, die für ein neues Modell der Strafrechtspraxis plädieren. Wie Allan finden viele der ehemaligen Häftlinge einen neuen Sinn in ihrem Leben, indem sie anderen dabei helfen, nicht dieselben Fehler zu begehen, die sie begangen haben. Sie könnten auch die Antwort auf das fortdauernde Problem der Rückfälligkeit haben."
Dokumentarfilm: The road from crime - Der Weg aus Straftaten (deutsche Untertitel)

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