Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
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Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

Fallzahlen – Belastungen – zur Qualität und Quantität der Arbeit in der Bewährungshilfe

Schon kurz nach Einführung der professionellen Bewährungshilfe in Deutschland begann die Debatte über Fallzahlen, Fallbelastungszahlen und Pensenschlüssel und deren Konsequenzen für die fachliche Arbeit. Seither wurde die Zusammensetzung der Probanden/innen nicht nur immer heterogener und die Hilfeangebote komplexer, sondern durch neue Organisationsstrukturen (Soziale Dienste der Justiz) und Angebote (z.B. Gerichtshilfe, Führungsaufsicht, Täter-Opfer-Ausgleich, Gruppenarbeit) wurde die Vergleichbarkeit der Arbeitsbelastung immer schwieriger. Heute zählt jedes Bundesland anders und durch Spezialisierungen sowie unterschiedlicher Arbeitsbedingungen ist die Aussagekraft noch weiter eingeschränkt. Gleichzeitig werden Fallzahlen weiter verwendet und in den letzten 60 Jahren schwankten sie je nach Bundesland zwischen 30 und 120.

Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich in erster Linie an Berufserfahrene aus Wissenschaft und Praxis in Dienststellen, Verbänden und Ministerien.

Ziele:
Die Teilnehmenden
• verfügen über Informationen zu den unterschiedlichen Berechnungsmodi der Fallzahlen bzw. Fall Belastungszahlen in der Bewährungshilfe bzw. den Sozialen Diensten der Justiz,
• haben sich darüber verständigt, in wieweit Fallzahlen ein taugliches Instrument sind, um über Qualität und Quantität der Arbeit in der Bewährungshilfe Aussagen treffen zu können,
• können die Fallzahldebatte in den Kontext der Standards der Arbeit in der Bewährungshilfe und sonstigen Sozialen Diensten der Justiz einordnen und
• kennen den kriminalpolitischen Kontext und die Folgen einer Überlastung hinsichtlich der Ziele der Haftvermeidung und Resozialisierung.

Diese Ziele sind als Ergebnisziele formuliert und werden mithilfe des Seminars angestrebt. Dabei geht es nach kleineren Inputs vor allem um den fachlichen Austausch.

Inhalte:
Es werden im Folgenden nur einige wenige Inhalte benannt, weil es vor allem um den fachlichen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sowie unterschiedlichen Bundesländern und Fachorganisationen geht.
• Probleme der Fallbelastungszahlermittlung und des Vergleichs
• Aufgabendefinitionen und fachliche Standards der Bewährungshilfe mit Relevanz zur Fallzahlberechnung
• Kriminalpolitische Zielsetzungen
• Perspektiven und Strategien der Umsetzung

Inputs:
Prof. Dr. Heinz Cornel, Alice-Salomon-Hochschule Berlin, und DBH-Präsident:
Der Diskurs um die Fallzahlen unter neuen organisatorischen Bedingungen, Anforderungen und kriminalpolitischen Perspektiven
Ulrike Jensen, Bewährungshelferin, Offenburg:
Fallbelastungen und deren Auswirkungen in der Praxis
Johannes Sandmann, Leiter der Abteilung Justizvollzug, Soziale Dienste der Justiz, Freie Straffälligenhilfe, Therapieunterbringung des Ministeriums für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein:
Fallbelastungen aus der Perspektive eines Landesjustizministeriums
Moderation: Dr. Helmut Roos, Abteilungsleiter a.D., Hessisches Ministerium der Justiz, für Integration und Europa

Ein Beitrag zur Debatte um Fallzahlen bei den Sozialen Diensten der Justiz ist im Heft 4/2014 der Fachzeitschrift Bewährungshilfe auf S. 356ff. erschienen.

Zeitplan
Das Seminar beginnt am Donnerstag, den 16.04.2015 um 11.00 Uhr und endet um 16.00 Uhr.

Ausschreibung

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