Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

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DBH-Materialien Nr.74
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Resozialisierung neu denken

Am 06.10.2015 findet die Diskussionsveranstaltung „Resozialisierung neu denken“ in Hamburg statt. Es werden Justizsenator Dr. Till Steffen, Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (Erzbistum Hamburg), Dr. Andreas Tietze (MdL Schleswig-Holstein sowie Präses der evangelischen Nord-Synode), Sabine Rückert (Chefredaktion DIE ZEIT, Hamburg) und Jes Meyer-Lohkamp (Rechtsanwalt, Hamburger Fürsorgeverein von 1948) mit Prof. Dr. Bernd Maelicke - der auch aus seinem Buch "Das Knast-Dilemma. Wegsperren oder resozialisieren? Eine Streitschrift" vorlesen wird - diskutieren.
Pressemitteilung des Hamburger Fürsorgeverein: "Trotz rückläufiger Verbrechensszahlen ist die Kriminalität der Dauerbrenner in Medien und Politik schlechthin. Das gesellschaftliche Bild von Tätern und Kriminalitätsursachen – ob der Sicherheitsdiskurs und das „Wegsperren für immer“ oder die Orientierung an wissenschaftlich untersuchten effizienten Maßnahmen vorherrschen – bestimmt maßgeblich die Justizpolitik und das Leben Straffälliger.
Daher laden der Hamburger Fürsorgeverein von 1948 e.V. und die Justizbehörde am 6. Oktober 2015 VertreterInnen aus Politik und Gesellschaft und aus der Theorie und Praxis der Resozialisierung und interessierte BürgerInnen in die Grundbuchhalle ein, um unter dem Titel „Resozialisierung neu denken“ Möglichkeiten für innovative Weichenstellungen in der Justiz- und Gesellschaftspolitik in Hamburg zu diskutieren.
Bernd Maelicke koordinierte über 15 Jahre als Ministerialdirigent im Justizministerium Schleswig-Holstein die dortige Reform des Strafvollzugs, der Sozialen Dienste und der Freien Straffälligenhilfe. In dieser Zeit gelang es ihm, Schleswig-Holstein zu einem Musterland der Resozialisierungspolitik zu entwickeln, sowohl was die europaweit geringsten Gefangenquoten als auch den nachhaltigen Einsatz der personellen und materiellen Ressourcen angeht. Sein Vorwurf lautet, „dass wir in Deutschland trotz besseren Wissens nicht alles fachlich Mögliche und Erprobte tun, um Kriminalität zu verhindern und Opfer zu schützen“.
Denn in Deutschland, so Maelicke, herrscht ein Drehtürvollzug vor: Fast die Hälfte der jährlich aus den Haftanstalten Entlassenen wird wieder rückfällig und kehrt früher oder später zurück hinter die Mauern.
Hier möchte Dr. Till Steffen, in dessen Händen für diese Legislaturperiode wieder die Justizbehörde liegt, mit einem Landes-Resozialisierungsgesetz ansetzen. Für Till Steffen wird nicht nur das Ziel des Opferschutzes am besten mit einer vernünftigen Resozialisierung erreicht, er will auch das Gesamtsystem der ambulanten und stationären Resozialisierung optimieren.
Bernd Maelicke fasst seine über 50jährige Erfahrungen in seinem neuen Buch „Das Knast-Dilemma. Wegsperren oder resozialisieren? Eine Streitschrift“ zusammen, aus dem er einige Auszüge vorlesen wird.
Anschließend diskutieren der Justizsenator Dr. Till Steffen, Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (Erzbistum Hamburg), Dr. Andreas Tietze (MdL Schleswig-Holstein sowie Präses der evangelischen Nord-Synode), Sabine Rückert (Chefredaktion DIE ZEIT, Hamburg), Prof. Dr. Bernd Maelicke (Leuphana Universität Lüneburg ) und Jes Meyer-Lohkamp (Rechtsanwalt, Hamburger Fürsorgeverein von 1948) mit folgenden Schwerpunkten:
Welches Menschenbild steht hinter dem Ziel der Resozialisierung? Welche gesellschaftlichen Einstellungen fördern oder behindern die soziale Integration? Welche Auswirkungen haben die Reformbemühungen im Strafvollzug? Wie erfolgreich sind die Aktivitäten der ambulanten Dienste der Justiz sowie der Freien Straffälligenhilfe? Und welche neuen Möglichkeiten bieten sich dem Stadtstaat Hamburg in den kommenden Jahren, um die Weichen neu zu stellen für eine innovative Kriminalpolitik, die durch verringerte Rückfallquoten den Opferschutz fördert?
Durch die Diskussion führt der Journalist Burkhard Plemper (Hamburg), der sich als Sozialwissenschaftler und Kriminologe mit Tätern und Opfern seit Jahrzehnten befasst."
Veranstaltung „Resozialisierung neu denken“ 06.10.2015

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