Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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DBH-Materialien Nr.75
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Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

Neues Projekt zur Wohnraumversorgung nach der Haft in Hamburg

Um der besonderen Benachteiligung von haftentlassenen Menschen auf dem angespannten Wohnungsmarkt in Hamburg entgegenzuwirken, geht der Hamburger Fürsorgeverein mit seinem neuen Projekt Ankerplatz an den Start, das in Kooperation mit Wohnungsbaugenossenschaften nach Haftende Wohnungen bereit stellen möchte.

Der Hamburger Fürsorgeverein von 1948 e.V. testete in den vergangenen Jahren mit einzelnen, meist älteren und langjährig Inhaftierten dieses Modell. Mit der Förderung der Deutschen Fernsehlotterie und des Hamburger Spendenparlaments kann dieses Projekt jetzt in angepasstem Rahmen sowie einer nur hierfür zuständigen Fachkraft seine Arbeit aufnehmen.

Das Projekt beruht darauf, dass der Verein zunächst für ein Jahr als Zwischenvermieter der Wohnung auftritt, die nach einem Jahr mit eigenem Hauptmietvertrag an die/den Bewohner übergeht.
Um einen guten Übergang zu gewährleisten, findet der erste Kontakt mit den BewerberInnen sechs Monate vor der geplanten Entlassung statt. Mehrere ausführliche Vorgespräche mit den noch inhaftierten Menschen sollen klären, ob die Person generell in der Lage ist, eine Wohnung zu bewirtschaften und sich in die Hausgemeinschaft einzufügen sowie sich in Krisen oder bei Problemen an die MitarbeiterInnen zu wenden. Kommt die/der Inhaftierte in Frage, schließt der Verein einen Betreuungs- und Nutzungsvertrag mit ihr/ihm ab. Anschließend wird bei den beteiligten Wohnungsbaugenossenschaften nach einer geeigneten Wohnung angefragt. Bislang sind fünf Baugenossenschaften über Kooperationsverträge in das Projekt eingebunden; der Verein hofft, noch weitere von diesem Modell überzeugen zu können. Die Mitarbeiterin hilft beim Bezug der Wohnung und Behördenangelegenheiten sowie der persönlichen Neuorientierung. Bei allen Fragen und Problemen der/des Haftentlassenen sowie der Wohnungsgeber ist entscheidend, schnell zu reagieren und als zuverlässiger Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Dadurch ist es dauerhaft möglich, selbst Menschen mit schwersten Straftaten in eigenem Wohnraum unterzubringen. Nach langjährigen Haftstrafen und Maßregelvollzug ist ein eigenes, sicheres Heim auf unbegrenzte Zeit nicht nur der größte Wunsch der ehemaligen Inhaftierten, sondern auch notwendiger Ausgangspunkt für ein straffreies Leben.

Wenn die Probephase der Zwischenvermietung zu allseitiger Zufriedenheit verläuft, übernimmt die/der Haftentlassene nach einem Jahr die Wohnung mit regulärem Mietvertrag. Für zukünftig auftauchende etwaige Probleme mit Mietvertrag, Ämtern oder bei persönlichen Krisen steht die ehrenamtliche Anlaufstelle des Vereins auf unbegrenzte Zeit zur Verfügung.

Der Hamburger Fürsorgeverein hofft bei Erfolg, nach der dreijährigen Projektlaufzeit eine Regelfinanzierung zu erhalten. Denn die Wohnraumsituation in Hamburg wird sich auch zukünftig nicht entspannen und eine feste Unterkunft ist der wichtigste Beitrag für gelingende Resozialisierung.

Weitere Informationen: Projekt Ankerplatz

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