23. DBH-Bundestagung 2018 erfolgreich durchgeführt: Präsentationen online abrufbar

Der DBH-Fachverband führte vom 09. bis 11. Oktober 2018 seine 23. Bundestagung in Kooperation mit der Bewährungs- und Gerichtshilfe Baden-Württemberg und dem Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg durch. Unter dem Titel „Straftat-Verurteilung- und dann? Communitiy Justice – Wiedereingliederung als gemeinschaftliche Aufgabe“ nahmen ca. 200 Teilnehmer*innen an insgesamt 16 Workshops und 6 Plenarvorträgen zu aktuellen Themen der Kriminalpolitik, der freien Straffälligenhilfe, der Bewährungshilfe und des Täter-Opfer-Ausgleichs teil.

Am Einführungstag definierte Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn von der Universität Berlin in Ihrem Vortrag Strafkultur als einen Begriff, der sowohl Traditionen und Bräuche, als auch Institutionen und Werte der sozialen Gruppe in Bezug auf Strafe beinhaltet. Wenngleich die politischen Voraussetzungen derzeit günstig erschienen, zeichne sich doch eine Entwicklung zur größeren Bedeutung von Strafe in der Gesellschaft und ein härterer Umgang mit Straftäter*innen ab. Prof. Dr. Ineke Pruin von der Universität Bern erörterte das Thema der Desistance-Forschung, die mit Blick auf den Kriminalitätsausstieg die individuellen Lebensverläufe von straffällig gewordenen Menschen in den Mittelpunkt rückt. Erste Erkenntnisse zeigen, dass ein Kriminalitätsausstieg durch soziale Einbindung und sogenannte Ankerpunkte gefördert wird. In diesem Zusammenhang wies Pruin auf die international kriminalpolitischen Perspektiven des Übergangsmanagements hin.

Horst Belz vom Badischen Landesverband für soziale Rechtspflege sowie vom Netzwerk Straffälligenhilfe Baden-Württemberg GbR leitete sodann zur Praxis der Wiedereingliederung über. In seinem Beitrag stellte er die Projekte Chance, Eltern-Kind-Projekt, Schuldnerberatung im Vollzug sowie die Wiedereingliederung von älteren Gefangenen im vernetzten Übergangsmanagement in Baden-Württemberg vor. Dr. Eduard Matt, Senat für Justiz und Verfassung des Landes Bremen, schloss sich mit dem Thema „WieNet – Über die Vernetzungsarbeit im Bereich Wiedereingliederung von Straffälligen in Bremen“ an und erläuterte das Wiedereingliederungs-Netzwerk WieNet in Bremen.

Umrahmt von weiteren Plenarvorträgen befassten sich die Teilnehmer*innen am 2. Tag in sechzehn Workshops mit Themen wie „Handlungskonzept zum Umgang mit radikalem Islamismus in der Gerichts- und Bewährungshilfe“, „Videodolmetschen in der Bewährungs- und Straffälligenhilfe“, Wiedergutmachungskonferenz und Familienrat“, „Community und Restorative Justice“, „Suchthilfe im Zwangskontext“, „Digitalisierung in der Straffälligenhilfe“ und v.a.m.

Karel van Duijvenbooden lenkte schließlich am 3. Tag den Blick in die Niederlande und stellte das Modell des „Safety House“ in Utrecht vor. Duijvenbooden beschrieb das Ziel der Erhöhung der öffentlichen Sicherheit durch das multidisziplinäre Casemanagement von Straftaten durch eine gemeinschaftliche Kooperation und Koordination von Justiz, Gesundheitswesen und kommunalen Dienstleister*innen.Den Abschlussvortrag gestaltete Prof. Dr. Marc Coester mit seinem Beitrag „Freie Meinungsäußerung in Zeiten von Hassrede“. In seinem Vortrag zeigte er den Zusammenhang von Grundrechten und der digital verbreiteten sog. Hassrede auf. Mit der zunehmenden Digitalisierung nähme die Komplexität von Hassrede-Fällen zu. Es sei eine Zeit angebrochen, in der sich jeder und jede selbst öffentlich hierzu positionieren müsse.

Zu der 23. DBH-Bundestagung wird ein Tagungsband mit Beiträgen der Referentinnen und Referenten erscheinen. Die Veröffentlichung ist für den Sommer 2019 geplant.

Programm sowie Präsentationen der Referate und Workshops finden Sie ab sofort auf unserer Internetseite:
www.dbh-online.de

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

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