Hinweis zum Forschungsprojekt "Ersatzfreiheitsstrafen: Wirksamkeit der Haftvermeidungsmaßnahme Geldverwaltung statt Vollstreckung von Ersatzfreiheitsstrafe"

Immer häufiger kommt es vor, dass die durch Strafbefehl oder in Verhandlungen festgelegten Geldstrafen aufgrund finanzieller Überforderung von den Verurteilten nicht gezahlt werden können. Dies bewirkt, dass der Anteil der im Vollzug Gefangenen, die eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen, seit 2012 stetig steigt. Waren zum Stichtag 31.08.2012 noch 6% der insgesamt 65.722 Gefangenen und Verwahrten in den deutschen Justizvollzugsanstalten Verbüßer von Ersatzfreiheitsstrafe, so waren es zum Stichtag 31.08.2017 7,3% der insgesamt 64.223 Gefangenen und Verwahrten. Die Zahlen veranschaulichen, dass die Sanktion der Geldstrafe in einem breiten Anwendungsbereich den ihr vom Tagessatzsystem zugedachten Zweck der Opfergleichheit verfehlt, und die Geldstrafe zu einer verkappten Freiheitsstrafe1 mutieren lässt. Das Wiederaufleben der Diskussion um die Existenzberechtigung der Ersatzfreiheitsstrafe und die Frage nach alternativen Sanktionsmöglichkeiten im Falle einer uneinbringlichen Geldstrafe sind damit eine logische Folge. Der Ruf nach einem Ausbau von Maßnahmen der Haftvermeidung flammt derzeit in der wissenschaftlichen Diskussion neu auf.

Das Forschungsprojekt „Ersatzfreiheitsstrafen: Wirksamkeit der Haftvermeidungsmaßnahme „Geldverwaltung statt Vollstreckung von Ersatzfreiheitsstrafe“ unter dem Blickwinkel der Legalbewährung“ untersucht mithilfe der Erhebung von Strafvollstreckungsakten verschiedene alternative Sanktionsmöglichkeiten.

Ansprechpartnerin:
Nadine Haandrikman-Lampen, Rechtsanwältin, Dipl. Pädagogin, Mediatorin
info@goettingerkanzlei.de

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

Scroll to Top