Ressortübergreifende Zusammenarbeit in der Resozialisierungsarbeit: das Beispiel Irland

Viele Jahre wurde in Irland eine „Politik der Nulltoleranz gegenüber allen Verbrechen" geführt. Dies führte dazu, dass in den Jahren zwischen 1970 und 2011 die Population in Haftanstalten um 400% anstieg. In der Folge kam es zu einer chronischen Überbelegung der Gefängnisse. Die Criminal Justice Agencies (CJAs) initiierten daraufhin drei Projekte, welche einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und eine verstärkte Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen (Justizanstalten, Polizei, Bewährungsdiensten, Gemeinnützige Projekte) fördern.

The Community Support Scheme (CSS)
CSS wendet sich an inhaftierte Personen die zu weniger als 12 Monaten Haft verurteilt werden. Bei entsprechender Eignung, Teilnahmebereitschaft und Durchführung einer Risiko-/ Bedarfsanalyse wird ein Entlassungsplan vorbereitet und die Person kann, unter Auflagen aus der Haft entlassen werden.

Zu den Auflagen der Entlassung zählen, unter anderem, verpflichtende wöchentliche Treffen mit einer Betreuungsperson, wöchentliches Erscheinen in der JVA, Abstinenz und geregelte Wohnverhältnisse.
Verletzten CSS Teilnehmer*innen gegen die Auflagen, ist eine Wiederinhaftierung möglich.

The Community Return Scheme (CRS)
CRS richtet sich an inhaftierte Personen mit Haftstrafen zwischen einem und acht Jahren. Diesen Personen steht es frei nach der Hälfte der abgeleisteten Haftstrafe entlassen zu werden, wenn sie im Gegenzug unbezahlte gemeinnützige Arbeit leisten.
Das Programm startete im November 2012, Berichten zufolge haben 90% der CRS-Teilnehmer*innen das Programm erfolgreich abgeschlossen.

The Joint Agency Response to Crime
Die Joint Agency Response to Crime (J-ARC) wurde im November 2015 ins Leben gerufen und koordiniert 3 Bewährungsprogramme, die sich an verschiedene Straftatgruppen richten:
-    STRIVE konzentriert sich auf "Quality of Life"-Straftaten wie Drogenkonsum und Ordnungswidrigkeiten im öffentlichen Raum,
-    Das Projekt ACER 3 richtet sich an bekannte intensive Einbrecher,
-    Das Programm Change Works des Bridge-Projekts greift bei Gewalttätern mit hohem Risiko ein und verfolgt einen auf Stärken basierenden, integrierten Fallmanagementansatz.

Mit dem Fokus auf jugendliche Strafgefangene wurde im Juni 2017 die Youth Agency Response to Crime (Y-JARC) gegründet.

Weitere Informationen:
https://www.cep-probation.org/interagency-working-and-three-initiatives-for-improved-outcomes/

 

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

Scroll to Top