Studie des MPICC zu den Auswirkungen von elektronischer Überwachung auf Low-Risk-Straftäter im Strafvollzug

In einem Modellversuch hat das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht (MPICC) im Auftrag des Justizministeriums Baden-Württemberg die Auswirkungen der Überwachung mittels elektronischer Überwachung/Fußfessel bei Inhaftierten mit niedrigem Risikoprofil zwischen Oktober 2010 und März 2012 untersucht.

Dafür wurden 46 inhaftierte Personen mit einem niedrigen Risikoprofil ausgesucht und mittels Fußfessel elektronisch überwacht. Als Kontrollgruppe diente eine Gruppe von Inhaftierten ohne elektronischer Überwachung.  

Die Hauptergebnisse der Untersuchung sind, bezogen auf Legalbewährung, dass die elektronische Überwachung weder positive noch negative Effekte hatte. Die Rückfallquoten unterschieden sich nicht signifikant voneinander.

Einen kleinen positiven Effekt konnten die Autoren der Studie in der Reduzierung des Prisonisierungserlebens nachweisen. Laut der Studie ermöglicht die Fußfessel "eine frühere Entlassung in eine Situation (…), in der sich für diese Gefangene gar kein typischer Resozialisierungsbedarf mehr ergibt.“.

Insgesamt kommen die Wissenschaftler*innen zu dem Schluss, dass der Kenntnisstand zum Einsatz und Langzeitfolgen der Fußfessel bisher unzureichend sind. Es bedürfe einer genauen Prüfung „für wen der Einsatz der Fußfessel im Rahmen welcher Anwendung geeignet ist“.

Zur Pressemitteilung:
https://www.mpg.de/11984921/fussfessel-rueckfallquote

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

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