Studie zu vorurteilsgeleiteter Kriminalität und deren Auswirkungen auf Betroffene

Die Studienergebnisse des Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft einer repräsentativen Erfassung des Dunkelfeldes zum Thema vorurteilsmotivierte Kriminalität in Niedersachsen und in Schleswig-Holstein sind online verfügbar.

Worum geht es?
"Vorurteilsmotivierte Kriminalität (oder auch Vorurteilskriminalität) richtet sich gezielt gegen Personen aufgrund deren sozialer Gruppenzugehörigkeit und orientiert sich an identitätsstiftenden Merkmalen, z. B. Hautfarbe, religiöser Glaube oder sexueller Orientierung. Synonym werden diese Handlungen in der Literatur nicht selten als Hasskriminalität bezeichnet, wobei diese Begrifflichkeit den Phänomenbereich nicht gänzlich abdeckt. Das bestimmende Merkmal zur Kategorisierung derartiger Taten ist ihr zugrunde liegendes Motiv: Sie basieren auf Vorurteilen in Form von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die sich in Abwertungen von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen manifestiert"

Erhebung:
"In Niedersachsen (NI) und in Schleswig-Holstein (SH) werden seit 2013 bzw. seit 2015 unter dem Namen „Befragung zu Sicherheit und Kriminalität“ periodische Opferbefragungen, sogenannte Dunkelfeldstudien, durch die LKÄ durchgeführt. Für diesen Beitrag wurden die Daten beider Länder zum Sondermodul „Vorurteilsgeleitete Kriminalität“ aus dem Jahr 2017 zusammengespielt, um durch die größere Stichprobe verlässlichere Ergebnisse erzielen zu können.5 In dieser jüngsten Befragungswelle wurden in NI und SH je per Zufallsstichprobe aus den Einwohnermelderegistern repräsentative Stichproben gezogen, sodass insgesamt 65.000 Personen ab 16 Jahren (NI: 40.000, SH: 25.000), die in NI bzw. SH ihren Hauptwohnsitz haben, in die Bruttostichprobe einflossen."

Kernergebnisse der Studie:
"Mit einer Prävalenzrate von 5 % ist vorurteilsmotivierte Kriminalität in den hier untersuchten Bundesländern weiter verbreitet als Sexualdelikte (1,8 %) oder andere schwere Delikte, etwa Raub (0,6 %) oder Körperverletzungen (2,1 %), die nicht in den Bereich Vorurteilskriminalität fallen."

Zur Studie sowie zu weiteren Informationen:
https://www.idz-jena.de/wsddet/viktimisierung-durch-hasskriminalitaet-eine-erste-repraesentative-erfassung-des-dunkelfeldes-in-niede/

 

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

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