Veranstaltungshinweis: Jenseits der Ordnung? Herausforderungen im Umgang mit systemangrenzenden Jugendlichen zwischen Straffälligenhilfe, Psychiatrie und Jugendhilfe

Am 21. Juni 2018 findet in Hamburg in der Internationalen Hochschule der Fachtag "Jenseits der Ordnung?".

Jugendlichen Gefangenen in Vollzugsanstalten werden häufiger Verhaltensauffälligkeiten zugeschrieben, es besteht auffällig oft die Notwendigkeit der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen. Straffällig gewordene Jugendliche waren überdurchschnittlich häufig in Heimen und Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht, zwei Drittel entstammen sog. „broken homes“. Fachlich sind die Pädagogik der Jugendhilfe und die Psychiatrie hier die Disziplinen mit Expertise. Die Häufigkeit psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen
in stationären und teilstationären Einrichtungen ist hoch, ein hoher Anteil dieser Kinder und Jugendlichen befindet sich in fortgesetzter ambulanter oder wiederkehrend in stationärer psychiatrischer Behandlung.

Die Strafverfolgungsbehörden sind aktiv am Hamburger Senatskonzept „Handeln gegen Jugendgewalt“ beteiligt. Zum 31.12.2016 befanden sich 167 Personen in Hamburg im Obachtverfahren. Gleichzeitig ist die Rückfallrate nach vollstreckter Jugendstrafe im Bundesdurchschnitt seit Jahren unverändert hoch. Eine juristische Betrachtung ist notwendig um zu prüfen, wie Jugendliche zwischen Straffälligkeit, Jugendhilfe und Psychiatrie in dem stark gegliederten („versäulten“) deutschen Sozialleistungssystem
mit den möglichen sozialen und medizinischen Unterstützungsleistungen bedarfsgerecht versorgt werden können.

Der Einfluss von sozialer Einbindung auf Kontinuität bzw. Diskontinuität delinquenten Verhaltens ist empirisch gut nachweisbar. Insofern besteht die Herausforderung darin, diese Korrelation sozialstruktureller Faktoren mit Delinquenz mit Bedacht zu behandeln und adäquate Vernetzungen auf professioneller, rechtlicher und forschender Ebene zu schaffen.

Welcher Ort ist für Jugendliche, die in keinem helfenden System haltbar scheinen, richtig? Lassen sich die gesetzlichen sozialstaatlichen Leistungen zu einem für diese Jugendlichen fachlich bedarfsgerechten Hilfekonstrukt verbinden? Oder liegt ihr Bedarf jenseits dessen, was der Wohlfahrtsstaat vorgesehen hat?

Diese Fragen werden von Fachkundigen der Bereiche Straffälligkeit, Psychiatrie, Jugendhilfe und Recht erörtert. Um eine Verbindung von und einen Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis zu schaffen, werden die Kurzvorträge jeweils von einem Referenten-Tandem gehalten, bestehend jeweils aus einem Referenten der Wissenschaft und einem aus der Praxis. Das Plenum soll jeweils im Anschluss an die jeweiligen Kurzvorträge mit den Referenten diskutieren können.

Weitere Informationen finden Sie im Anhang.

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

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