15. Wissenschaftlichen Tagung der Kriminologischen Gesellschaft

Datum: 
Donnerstag, 28. September 2017 bis Samstag, 30. September 2017

Flüchtlingsströme, religiöse und politische Radikalisierung, transnationale Wirtschafts- und Umweltkriminalität oder Menschenrechtsverletzungen – dies sind weltweit akute gesellschaftliche Probleme, die auch kriminologisch bedeutsam sind.

Die aktuellen Einwanderungen geben Anlass, die diesbezüglichen kriminologischen Erkenntnisse unter Einbezug der generellen Migrationsforschung mit Peter Wetzels (Hamburg) und Claudia Diehl (Konstanz) zu resümieren, um aus den gewonnenen Erfahrungen Perspektiven für die jetzigen Integrationsprozesse absehen zu können.

Seit vielen Jahren wird Einwanderung massiv von rechtsextremistischer Gewalt begleitet. Andreas Zick (Bielefeld) wird darlegen, inwieweit der Rechtsextremismus ideologisch und politisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist. Mit dem Islamismus hat in den letzten Jahren eine weitere weltweite extremistische Bewegung an Boden gewonnen. Susanne Schröter (Frankfurt am Main) wird erkunden, wie demokratische Gesellschaften diese sozio-kulturelle und politische Herausforderung bewältigen können.

Die Kriminalität von Unternehmen wird inzwischen als eine bedeutende ökonomische und gesellschaftliche Gefährdung anerkannt. Ralf Kölbel (München) wird untersuchen, inwieweit deren Kontrolle in den vergangenen zwanzig Jahren, insbesondere in Gestalt selbstregulierter oder strafrechtlich orientierter Compliance, gelungen ist. Die Umweltkriminalität stellt eine weitere Form der Kriminalität der Mächtigen dar, die jedoch bislang, auch kriminologisch, noch zu wenig beachtet wird. Dabei scheinen in den massiven, global erfolgenden Schädigungen der Umwelt alle alten Bekannten der Makrokriminalität an einem Strick zu ziehen: Unternehmenskriminalität, Korruption, Staatskriminalität und organisierte Kriminalität. Maria Kotsovou (Lyon) wird berichten, was die Vereinten Nationen gemeinsam mit Interpol hierzu herausgefunden haben, und wie wirksam transnationale Programme zur Bekämpfung der Umweltkriminalität bislang gewesen sind.

Neben diesen Plenardebatten werden in der Wissenschaft wie in der Praxis tätige Kriminologinnen und Kriminologen in zahlreichen Arbeitsgruppen zu nahezu allen kriminologisch bedeutsamen Bereichen über ihre Forschungen und Erfahrungen vortragen und diskutieren.

Weitere Informationen, Programm & Anmeldung unter https://www.jura.uni-muenster.de/de/institute/kriminologie/krimg17/

Address: 
Universität Münster
Universitätsstraße 14–16
48143 Münster
Deutschland

Gefördert von:

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

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