Dokumentation Fachtagung Entlassungs- und Übergangsmanagement
Mit diesen Fachtagungen wenden wir uns an Mitarbeitende der Bewährungshilfe, der freien Straffälligenhilfe, des Strafvollzuges, an weitere kommunale Organisationseinheiten, an die ExpertInnen in Verbänden und Wissenschaft und an Verantwortliche in Ministerien.
Am 17. und 18. November 2025 fand unter dem Titel "Resozialisierung durch Arbeit – Wege und Perspektiven der Arbeitsvermittlung" die 17. Fachtagung zum Entlassungs- und Übergangsmanagement des DBH-Fachverband e.V. in Frankfurt a.M. statt.
Arbeit hat vielfältige gesellschaftliche, wirtschaftliche und individuelle Nutzen. Sie dient nicht nur der finanziellen Absicherung, sondern auch der sozialen Integration und persönlichen Entwicklung. Doch der Weg von der Inhaftierung in den allgemeinen Arbeitsmarkt ist mit vielen Hürden verbunden. Der Zugang zu Arbeitsplätzen, der Erwerb notwendiger Qualifikationen und die Überwindung gesellschaftlicher Stigmatisierungen stellen große Herausforderungen dar. Welche Rahmenbedingungen sind entscheidend, um den Übergang von der Haft zur Arbeit, auch für Menschen ohne Aufenthaltstitel, Sicherungsverwahrte und Sexualstraftäter:innen zu ermöglichen? Wie können digitale Angebote die Arbeitsvermittlung unterstützen und vereinfachen? Welche konkreten Handlungsansätze haben sich in der Praxis bewährt? Diese und weitere Fragen wurden an den zwei Tagen näher beleuchtet.
Am 04. und 05. November 2024 fand unter dem Titel "No one will be left behind: Die Bedeutung der Zivilgesellschaft für die Resozialisierung und das Übergangsmanagement" die 16. Fachtagung zum Entlassungs- und Übergangsmanagement des DBH-Fachverband e.V. in Köln statt.
Das verfassungsrechtlich verankerte Resozialisierungsgebot ist ohne die Kooperation und Zusammenarbeit staatlicher und nicht-staatlicher Einrichtungen sowie zivilgesellschaftlicher Akteure nicht erreichbar. Was meint aber nun Resozialisierung als gesellschaftliche Aufgabe genau Wie gelingt die Kooperation und Zusammenarbeit so unterschiedlicher Akteure im Übergangsmanagement? Welche guten Beispiele der Kooperation lassen sich finden? Welche Herausforderungen, aber auch Chancen lassen sich für so divers straffällig gewordenen Menschen festhalten? Was braucht es für einen Ausbau der Zusammenarbeit? Diese und weitere Fragen wurden an den zwei Tagen näher beleuchtet.
Unter dem Titel "Übergangsmanagement: Asyl, Migration & Abschiebung im Spannungsfeld der Straffälligenhilfe" fand am 04. und 05. September die 15. Fachtagung zum Entlassungs- und Übergangsmanagement in Frankfurt am Main und digital statt.
Am ersten Tag ging es darum, wie eng verflochten Kriminalitäts- und Migrationskontrollen sind und welche schwerwiegenden praktischen Folgen die "Krimmigration" für die Betroffenen hat, insbesondere auch hinsichtlich Ausweisungen. Die Teilnehmer:innen konnten ein theoretisches Asylverfahren durchlaufen, von der Ankunft und Registrierung in Deutschland, über die persönliche Anhörung bis hin zur Entscheidung und möglichen Rechtsmitteln gegen eine eventuelle Ablehnung. Abgeschlossen wurde der erste Tag mit einem Beitrag zu psychosozialen Auswirkungen von Flucht, mit der Schwerpunktsetzung "Trauma, Einflussfaktoren, Migration, Flucht & Sucht".
Am zweiten Tag wurde der Fokus zunächst auf die Abschiebungshaft gelegt, ihre praktische Ausgestaltung, ihre Konsequenzen für die Betroffenen, ihren rechtlichen Rahmen und ihre Beteiligten. Zudem gab spannende Einblicke in die Haftberatungspraxis. Sodann ging es um ausländische Gefangene im Übergangsmanagement, die diesbezügliche Zahlenlage und die Fragen: Was sind Herausforderungen, Ziele und Lösungen und was verbirgt sich hinter REAG, GARP und SOLVIT? Zum Schluss gab es einen interkulturellen Blick auf die Resozialisierung mit der Betonung auf interkultureller Sensibilität.
Gerne verweisen wir an dieser Stelle auch auf die Migrationsberatungsstellenübersicht vom BAMF!
Mit der Fortsetzung der Veranstaltungsreihe zur Entlassung & Nachsorge (ehemals) inhaftierter Menschen beschäftigte sich die 14. Fachtagung am 25. und 26. April 2022 mit der sozialen und digitalen Teilhabechance im Entlassungs- und Übergangsmanagement. Die zweitägige Fachtagung wurde erstmals im hybriden Veranstaltungsformat angeboten und von Frankfurt a.M. aus im Live-Stream digital übertragen.
Der erste Veranstaltungstag widmete sich den Neuerungen durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG). Dabei wurden die zu erwartenden Änderungen für die Arbeit mit Straffälligen sowie mögliche Schnittstellen zu den Angeboten der Eingliederungshilfe erörtert. Darüber hinaus wurde die Rolle der rechtlichen Betreuung vor dem Hintergrund der neuen Beratungs- und Unterstützungsleistungen seitens der Reha-Träger vorgestellt. Der erste Tag endete mit einer Podiumsdiskussion über Erwartungen, Anforderungen aber auch Herausforderungen in Zusammenhang mit der Umsetzung des BTHG in der Straffälligenarbeit.
Der zweite Veranstaltungstag beschäftigte sich mit digitalen Kommunikationsmöglichkeiten in der Straffälligenarbeit. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, sich in den zwei parallel stadtfindenden Workshops mit der CariTapp und dem medienpädagogischen Projekt PodKnast NRW zu beschäftigen. Außerdem wurde auf der Veranstaltung die elis-Plattform als digitales Instrument zur Entlassungsvorbereitung vom IBI vorgestellt. Die Fachtagung endete mit einem Plenarvortrag über die veränderte Kommunikation durch digitale Medien (Social Media).
Mit der Fortsetzung der Veranstaltungsreihe zur Entlassung & Nachsorge (ehemals) inhaftierter Menschen beschäftigte sich die 13. Fachtagung am 07. und 08. Juni 2021 u.a. mit neuen Entwicklungen im Übergangsmanagement in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.
Die Online-Fachtagung bot an zwei Veranstaltungstagen verschiedene Plenarvorträgen, Workshops und Thementische zu aktuellen Fragestellungen zum Entlassungs- und Übergangsmanagement.
Ein entscheidender Faktor für eine gelungene Resozialisierung von Straffälligen ist die Vermittlungsunterstützung bei der beruflichen Integration. Doch wie kann eine nachhaltige Integration, insbesondere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderen Schwierigkeiten beim Zugang zu Arbeit oder Ausbildung, in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden? Mit der zwölften Fachtagung zum Thema Übergangsmanagement befassten sich die Teilnehmer*innen mit verschiedenen Handlungsansätzen zur beruflichen Wiedereingliederung von ehemaligen Strafgefangenen und Straffälligen. Zum anderen unterliegt die Arbeitswelt und die damit verbundenen Anforderungen und Erwartungen an die Arbeit und Berufsausbildung einem ständigen Wandel. Vielfach ist von der Arbeitswelt 4.0 oder von der Berufsausbildung 4.0 zu lesen. Doch was steckt dahinter und welche beruflichen Kompetenzen werden morgen nachgefragt? Mit diesen und weiteren Themen und Fragen setzen sich die Teilnehmer*innen in Plenarvorträgen und verschiedenen Workshops auseinander.
Die elfte Fachtagung zum Thema Übergangsmanagement befasst sich insbesondere mit der Frage, welche Resozialisierungsinfrastruktur für einen reibungslosen und sozial-integrativen Übergang von der Haft in die Gemeinschaft bzw. Gesellschaft erforderlich ist. Defizite und Probleme in den Übergängen werden insbesondere in einer fehlenden Vernetzung und Kooperation gesehen. Was für ein System der Resozialisierung brauchen wir? Welche internationalen Erkenntnisse liegen vor? Was kann ein Resozialisierungsgesetz leisten? Zu diesen und weiteren Fragen sind Vorträge geplant. In verschiedenen Workshops sollen erfolgreiche Modelle des Übergangsmanagements vorgestellt werden.