Start des Projekts „thera.nova“: Neue suchttherapeutische Wohngruppen im Justizvollzug eröffnet

Eine blaue Sprechblase vor weißem Hintergrund mit weißem Schriftzug
D'Arcangelo Stock/stock.adobe.com

„thera.nova“ ist ein neues therapeutisches Angebot im Strafvollzug, das sich an Inhaftierte mit behandlungsbedürftiger, tatfördernder oder tatursächlicher Suchterkrankung richtet, die zunächst nicht in eine externe stationäre Rehabilitation vermittelt werden konnten. Am 28.10.2026 wurden in der Justizvollzugsanstalt Hagen die ersten zwei suchttherapeutischen Wohngruppen mit insgesamt 15 Behandlungsplätzen nach dem anstaltsübergreifenden Rahmenkonzept „thera.nova“ eingeweiht.

Hintergrund des neuen Konzeptes ist die 2023 erfolgte Reform des § 64 StGB, wonach diese sogenannte Unterbringung in einer Entziehungsanstalt nur noch bei einer schwerwiegenden Suchterkrankung in Betracht kommt, wenn die Tat überwiegend auf diese zurückgeht und ein Behandlungserfolg konkret zu erwarten ist. Die Reform erfolgte vor dem Ziel, den Maßregelvollzug zu entlasten, führte aber zugleich zu einem Anstieg therapiebedürftiger Gefangener im Justizvollzug.

Teil des Konzepts „thera.nova“ sind intensive Einzel- und Gruppenangebote und eine räumliche und inhaltliche Trennung vom übrigen Vollzug. Ergänzt wird die Therapie durch eigene Sport-, Kreativ- und Freizeitangebote. Handlungsleitend ist dabei das Prinzip der „therapeutischen Gemeinschaft“: multisystemisch, wissenschaftlich fundiert und interdisziplinär.

Weitere Informationen zu dem Rahmenkonzept „thera.nova“ finden Sie hier.