Restorative Justice und Täter-Opfer-Ausgleich

In blauen Linien Umrisse von einer Balkenwaage vor einem transparenten Hintergrund

Restorative Justice (RJ) strebt die (Wieder-)Herstellung des sozialen Friedens an, der infolge von verletzenden Handlungen oder aufgrund von diskriminierenden Strukturen gestört worden ist. Die Idee der RJ ist es, die direkt Betroffenen und Beteiligten anstelle, während eines Strafverfahrens oder im Anschluss daran bei der Bewältigung der Tatfolgen und der aktiven Aufarbeitung des damit in Zusammenhang stehenden Konflikts, zu unterstützen. 

Fortgebildete Mediator*innen schaffen dabei einen fachgerechten und sicheren Rahmen, in dem die Betroffenen ihren Konflikt selbstbestimmt miteinander bearbeiten können, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu finden. Angebote einer RJ sind allparteilich, freiwilig und konfliktorientiert konzipiert. Sie können ein Verständnis für die Folgen und zugrundeliegenden Ursachen entstandener Verletzungen schaffen und so Verantwortungsübernahme für eine verletzende Handlung und Bemühungen zur Wiedergutmachung fördern und die soziale Beziehung stärken zwischen den tatverantwortlichen und den tatbetroffenen Personen sowie ggf. auch dem sozialen Umfeld der Beteiligten.

Mediation ist die weltweit vorherrschende Praktik der RJ in Strafsachen. Weitere Praktiken sind Familien-Gruppen-Konferenzen, Restorative Conferencing und Wiedergutmachungskonferenzen. Mediation in Strafsachen oft auch Täter-Opfer-Ausgleich genannt, ist die in Deutschland am häufigsten angewendete Praktik der RJ, für die das TOA-Servicebüro und die BAG TOA gemeinsam mit der Praxis Standards entwickelt und herausgegeben haben. Im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs soll mithilfe allparteilich agierender Vermittlerinnen und Vermittler der einer Straft zugrunde liegende Konflikt bewältigt und konstruktiv beigelegt werden. Die Mitwirkung der an der Straftat beteiligten Personen ist freiwillig. Die Erfahrungen mit dem TOA sind positiv im Hinblick auf Ausgleichserfolge, die Zufriedenheit der Tatbetroffenen und die Wiedereingliederung der Tatverantwortlichen.

Seit Anfang der 1980er Jahre gibt es in Deutschland unter dem Begriff des Täter-Opfer-Ausgleichs (TOA) vielseitige Bestrebungen zur Etablierung eines mediativen Umgangs zur Bearbeitung strafrechtlich relevanter Konflikte im Sinne einer Restorative Justice. Allerdings blieben die Zahlen – soweit sie zur Verfügung stehen – eher marginal und weitgehend auf den Bereich der wenig schweren Kriminalität begrenzt, obwohl die Gesetzgebung keine deliktsspezifischen Einschränkungen, ausgenommen Mord, vorsieht. Schätzungsweise werden jährlich im Jugend- und Erwachsenenbereich insgesamt 20.000 bis 30.000 Fälle von TOA-Fachstellen bearbeitet.

 

Das Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung

1992 wurde das Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung als überregionale Zentralstelle zur Förderung des Täter-Opfer-Ausgleichs eingerichtet. Es ist eine Einrichtung des DBH – Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik e.V. 

Hier gelangen Sie zur Webseite des Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung