BIOS-Akademie: ADHS bei männlichen Strafgefangenen – Ein Vortrag von Dr. Dirk Bruder und Jasmina Eifert, M.Sc.

In schwarzen Linien seitliche Umrisse von mehreren Personen die nach rechts blicken, der Hintergrund ist weiß
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Bei jugendlichen und heranwachsenden Männern im Strafvollzug ist ADHS die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung deutlich häufiger anzutreffen als in der Allgemeinbevölkerung. Zudem geht es vielfach mit verschiedensten komorbiden Störungen und einer erhöhten Rückfallgefahr für erneute Delinquenz einher. Im Vortrag sollen die besonderen diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen im Setting des Strafvollzugs diskutiert und die neurobiologischen und entwicklungspsychopathologischen Zusammenhänge zwischen ADHS und delinquentem Verhalten thematisiert werden. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die differenzierte Pharmakotherapie mit Stimulanzien und Nicht-Stimulanzien, einschließlich Wirkmechanismen und Nebenwirkungen, Dosierungsstrategien sowie Missbrauchspotenzial. Ausgewählte praktische Fallbeispiele sollen dazu dienen, typische diagnostische Konstellationen, relevante Komorbiditäten sowie therapeutische Entscheidungsprozesse zu veranschaulichen. Den Vortag abschließend sollen konkrete Strategien für Diagnostik, Therapie und Risikoeinschätzung sowie die aktuelle Evidenzlage und deren Grenzen dargestellt und diskutiert werden.