Kontinuität der Versorgung von Haftentlassenen mit schweren psychischen Erkrankungen – Ergebnisse einer systematischen Literaturrecherche

Ein Stapel bunter Bücher
sam/stock.adobe.com

Charlie Brooker und Coral Sirdifield haben eine systematische Literaturrecherche zur Versorgungskontinuität von Haftentlassenen mit schweren psychischen Erkrankungen durchgeführt. Dabei untersuchten Sie insbesondere zwei Forschungsfragen: Inwieweit haben Menschen nach ihrer Entlassung aus der Haft weiterhin Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung? Welche Auswirkungen haben Interventionen zur Verbesserung der Versorgungskontinuität auf die psychische Gesundheit und den Ausgang eines Strafverfahrens? Aus deskriptiven Studien schlussfolgern sie, dass die Inanspruchnahme von gemeindenahen psychischen Gesundheitsdiensten nach der Entlassung noch verbesserungsbedürftig ist. Die Anmeldung und Inanspruchnahme ambulanter Leistungen und verschreibungspflichtiger Medikamente würden durch beschleunigte Medicaid-Programme verbessert. Diese hätten jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die Inanspruchnahme psychiatrischer Leistungen. Die übrigen der 16 in die Untersuchung einbezogenen Publikationen wiesen auf ein breites Spektrum an Interventionen hin. Die Autor*innen gelangen zu dem Schluss, dass wirksame Interventionen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit und der strafrechtlichen Ergebnisse wahrscheinlich intensiv und mehrkomponentig sein müssen und bereits vor der Entlassung beginnen sollten.

Den vollständigen Beitrag "The extent and consequences of continuity of care for prisoners with serious mental illness: A systematic review with a narrative synthesis" können Sie hier nachlesen.