
Obwohl sich jeder unter dem Begriff des Traumas etwas vorstellen kann, wird er sehr uneinheitlich definiert. Das mag auch daran liegen, dass es verschiedenste Perspektiven gibt, aus denen dieses Thema beleuchtet werden muss, um es besser verstehen zu können. Im Zusammenhang mit straffällig gewordenen Menschen betrifft es primär die betroffenen Personen selbst, aber auch ihr Umfeld sowie die Menschen, die mit ihnen zusammenarbeiten und einen Weg traumasensibler Resozialisierung finden möchten. Die Fachtagung "Vom Trauma zur Zukunft: Wege traumasensibler Resozialisierung" soll die verschiedenen Sichtweisen, Herausforderungen und Herangehensweisen des Strafvollzugs, des Maßregelvollzugs, der Straffälligenhilfe und des Justizsystems in den Blick nehmen und sowohl den Informationsaustausch als auch die interdisziplinäre Vernetzung in den Fokus stellen. Der erste Tag widmet sich daher zunächst den Grundlagen, Herausforderungen und Perspektiven traumasensibler Resozialisierung und soll helfen, den Begriff des Traumas besser einordnen zu können. Es werden das Compassion Prison Projekt und ein Modellprojekt zur traumasensiblen Behandlung von Frauen in der JVA Vechta vorgestellt, um Einblicke in eine traumasensible Praxis zu gewinnen. Am zweiten Tag werden in zwei Arbeitsgesprächen einerseits die berufsbedingte (sekundäre) Traumatisierung im Straf- bzw. Maßregelvollzug diskutiert und andererseits darüber gesprochen, wie eine traumainformierte Praxis in der Straffälligenhilfe aussehen kann, was für Denkfallen es gibt und welche Stabilisierungsübungen helfen können. Abschließen wird die Fachtagung mit einem Blick auf Traumasensibilität im Justizsystem. Wir möchten einen Rahmen bieten, der anregt, gemeinsam über das Thema Trauma zu diskutieren, es sichtbarer und greifbarer zu machen und voneinander zu lernen.
Wann: Am 18.05. & 19.05.2026
Wo: Frankfurt a.M.
Weitere Informationen zur Fachtagung und zur Anmeldung finden Sie hier.