
Der Videobeitrag "Haft und Hoffnung – Nie wieder Knast?" in der ARD-Mediathek befasst sich mit der Justizvollzugsanstalt Oslebshausen in Bremen, in welcher rund 700 Menschen inhaftiert sind. In verschiedenen Interviews gibt er Einblicke in das Leben innerhalb und nach der Haft. Insbesondere widmet sich der Beitrag den drei Themen Arbeit, Familie und Sucht.
Er beleuchtet, inwiefern Arbeit dazu dienen kann, den Tag zu strukturieren und eine sinnstiftende Funktion zu erfüllen. Auch der Hoppenbank e.V., ein Verein mit knapp 70 Mitarbeiter:innen, der seit 1971 aus der Haft entlassenen Menschen dabei hilft, einen Weg zurück ins Leben zu finden, unterstützt eben jene bei einer Tagesstruktur. Etwa mit der Teestube, in welcher es 365 Tage im Jahr ein warmes Mittagessen gibt. Svenja Böning, Chefin des Vereins sagt über die Teestube, dass diese eine gewisse Stabilität mit sich bringt und die Möglichkeit bietet, als Gesellschaft zu zeigen "du bist Teil von uns". Sie beschreibt Arbeit als einen Beginn für den Schritt aus der Entlassungsvorbereitung heraus und hinein in ein geregeltes Leben, in einen Teil der Gesellschaft und sieht als Voraussetzung eine Gesellschaft an, die dafür offen ist und ihrerseits Türen öffnet.
Im Hinblick auf das Thema Familie und das soziale Umfeld bemerkt ein ehemaliger Inhaftierter: "Wenn du keine sozialen Kontakte oder nix hast, hast du keine Chance, wieder auf einen grünen Zweig zu kommen." Jeden Donnerstagnachmittag wird in der JVA mit Gefangenen über Erziehungs- und Beziehungsfragen gesprochen. Alle sechs Wochen können die Familien zudem außerhalb der Besuchszeiten für zwei Stunden zusammenkommen, in einer Atmosphäre, in der die Väter mit den Kindern spielen können. Dabei geht um die Väter, aber insbesondere auch darum, die Folgen für die Kinder so gering wie möglich zu halten. Zudem kann eine Familie außerhalb der Gefängnismauern die Rückfallwahrscheinlichkeit stark reduzieren.
Den vollständigen Videobeitrag finden Sie hier.