
In seinem aktuellen Interview des YouTube-Kanals "Referat_Y - Division_Y" spricht Jo Tein mit Daniel Wolter, welcher seit 10 Jahren die Stelle des Geschäftsführers des DBH – Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik e.V. innehat.
Im ersten Teil des Interviews geht es um den persönlichen Werdegang von Daniel Wolter. Geboren und aufgewachsen im Ort Lüchow im Landkreis Lüchow-Dannenberg beschreibt er seine Kindheit und Jugend als sehr behütet. Gleichzeitig erlebte er bereits in jungen Jahren die regelmäßigen Großdemonstrationen und das starke Aufgebot an Polizeibeamt:innen im Zusammenhang mit dem Atommüllzwischenlager in Gorleben. Diese führten in der knapp 9.500 großen Stadt zu einem Ausnahmezustand und es gab Orte, die nicht mehr zugänglich waren. Lüchow liegt zudem nah an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, was dazu führte, dass bei Festen von Jugendlichen eine sehr heterogene Gruppe zusammenkam, die sich unter anderem aus Personen aus der rechten Szene, der linken Szene und der autonomen Szene zusammensetzte. Dieses Aufeinandertreffen verschiedenster gesellschaftlicher Gruppierung birgte ein hohes Konfliktpotenzial, welches sich auch mehr als einmal in Gewaltdelikten verwirklichte. Gleichzeitig führte es dazu, dass Daniel Wolter sich dafür zu interessieren begann, was Menschen dazu motiviert, Gewalt auszuüben. Dieses Interesse spiegelte sich auch in dem späteren Forschungsprojekt "Gewalt und Suizid im Jugendstrafvollzug – Phänomen, Ursachen, Prävention" wider, an welchem er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter mitwirkte. Auf die Stelle als Geschäftsführer beim DBH-Fachverband e.V. bewarb er sich, weil ihm daran gelegen ist, einen Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis herzustellen.
Im zweiten Teil des Interviews steht der DBH – Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik e.V. im Fokus. Daniel Wolter berichtet, mit welcher Intention der Verein 1951 - vor 75 Jahren - gegründet wurde, was sich hinter der Abkürzung "DBH" verbirgt und wie es zu dem heutigen Namen des Fachverbandes gekommen ist. Er beschreibt das Wesensmerkmal des Fachverbandes, die Organisation und Durchführung von Fachveranstaltungen, welche das Anliegen verfolgen, zur fachlichen Weiterentwicklung von Fachkräften im ambulanten Bereich beizutragen. Er geht näher auf die verschiedenen Schwerpunkt- und Themenbereiche des DBH-Fachverband e.V. ein, etwa darauf, dass der Fachverband zu aktuellen kriminalpolitisch relevanten Themen Stellung bezieht und seine Expertise einbringt. Er betont insbesondere aber auch die Förderung des Austausches zwischen Vertreter:innen der Bewährungshilfe, des Strafvollzugs, der Wissenschaft und der Freien Träger aus den unterschiedlichen Bundesländern, sowie das beim Fachverband angegliederte Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung.
Um mehr über Daniel Wolter und den DBH-Fachverband e.V. zu erfahren können Sie sich hier das vollständige Interview auf YouTube anschauen.