
Die Ökonomin Katharina Drescher von der Universität Passau untersuchte in der Studie "Does School Social Work Work? The Impact of School Social Workers on Youth Crime and Education" wie sich die, als Folge des Amoklaufs von Winnenden, in Baden-Württemberg mehr als verdoppelte Zahl von Fachkräften an Schulen auf Jugendkriminalität und Bildung ausgewirkt hat. Anhand einer Beispielschule mit 1.000 Schüler:innen berechnete sie den Effekt einer zusätzlichen Fachkraft, indem sie Kriminalitäts-, Bildungs- und Sozialarbeitsdaten aus Baden-Württemberg von 2006 bis 2018 analysierte. Dabei wertete sie etwa 800.000 Straftaten von unter 19-Jährigen aus sowie regionale Statistiken zu Schulleistungen. Aufgrund der regional unterschiedlichen Umsetzung der Sozialarbeitsförderung nach dem Amoklauf von Winnenden konnte sie grundsätzliche Unterschiede zwischen Regionen sowie generelle Trends darlegen und kam zu folgendem Ergebnis:
• Deutliche Reduktion von Jugendkriminalität: Die Jugendkriminalität würde um durchschnittlich 17 Prozent pro Jahr sinken. Dieser Effekt hängt nicht von Geschlecht oder Migrationshintergrund der Jugendlichen ab und ist in sozial benachteiligten Regionen besonders stark.
• Deutliche Senkung von Gewaltdelikten: Eine noch stärkere Wirkung stellt die Forscherin bei schweren Gewaltdelikten fest. Hier würde eine zusätzliche Fachkraft die Fälle um rund 25 Prozent reduzieren, auch innerhalb von Familien.
• Mehr Aufklärung bei sexualisierter Gewalt: Schulsozialarbeit deckt Opfer von sexuellen Übergriffen auf, die Meldequoten steigen um 24 Prozent, weil Betroffene eher Hilfe suchen.
• Bessere Bildungschancen: Eine zusätzliche Kraft reduziert die Wahrscheinlichkeit von Klassenwiederholungen um etwa 10 Prozent.
Auch eine Kosten-Nutzen-Analyse ist von der Studie umfasst, welche aufzeigt, dass der Nutzen trotz erhöhter Kosten von etwa 50.000 Euro jährlich für eine zusätzliche Fachkraft pro 1.000 Schüler:innen überwiegt, da diese Fachkraft durch weniger Kriminalität und höhere Bildungserfolge der Gesellschaft 110.000 Euro im Jahr erspart.
Weitere Informationen finden Sie hier.