Der seit 2015 jährlich veröffentlichte Bericht "Global Prison Trends" bietet einen detaillierten Überblick über bedeutsame Entwicklungen und Herausforderungen in den Gefängnissystemen auf der ganzen Welt. Der Bericht wird gemeinsam mit dem Thailand Institute of Justice herausgegeben und in diesem Jahr auch vom Lateinamerikanischen Institut für Kriminalprävention und Straftäterbehandlung (ILANUD) finanziell und forschungstechnisch unterstützt. Er fasst Daten und Analysen aus aller Welt zusammen, um eine Faktengrundlage zu schaffen und einen Überblick über die weltweite Lage in Haftanstalten zu geben.
Die diesjährige 12. Ausgabe beleuchtet zentrale Themen wie Alternativen zur Freiheitsstrafe, Kinder, Klimawandel und Gerechtigkeit, Korruption, Kriminalisierung von Armut und sozialem Status, Todesstrafe, ethnische und religiöse Minderheiten, Gesundheitsversorgung, LGBTQ+-Personen, lebenslange Freiheitsstrafe, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, vorgerichtliche Verfahren, Haftbedingungen, Resozialisierung und Wiedereingliederung, Einzelhaft, Technologie und IT, Folterprävention, Frauen sowie Arbeitsbedingungen des Personals.
Die Kernaussagen des Berichts Global Prison Trends 2026 lauten:
- Weltweit sitzen 11,7 Millionen Menschen im Gefängnis, während Überbelegung und übermäßige Untersuchungshaft weiterhin bestehen.
- Es gibt anhaltende Schwächen im Strafrechts- und Strafvollzugssystem bei gleichzeitiger Belastung der Rechtsstaatlichkeit.
- Der Übergang zu einer menschenzentrierten Sprache im Strafrecht gewinnt in mehreren Regionen an Dynamik.
- Bewaffnete Konflikte haben schwerwiegende Auswirkungen auf Justizsysteme und Haftanstalten, wobei ein hohes Gewaltrisiko besteht und grundlegende Bedürfnisse oft nicht erfüllt werden.
- Nichtfreiheitsentziehende Sanktionen breiten sich weltweit aus, wenn auch ungleichmäßig, und es bestehen weiterhin Herausforderungen.
- Menschen werden weiterhin aufgrund von Armut, ihrem Geschlecht oder ihrem Status kriminalisiert, inmitten von Marginalisierung und Ungleichheit.
- Gewalt in Haftanstalten ist nach wie vor weit verbreitet und steht in engem Zusammenhang mit Überbelegung, organisierter Kriminalität und systemischer Instabilität.
- Netzwerke der organisierten Kriminalität stärken weltweit ihren Einfluss innerhalb von Haftanstalten.
- Die weltweite Abschaffung der Todesstrafe schreitet voran, doch in Staaten, die an der Todesstrafe festhalten, nehmen die Hinrichtungen stark zu.
- Die Verhängung lebenslanger Haftstrafen nimmt weltweit zu, doch zuverlässige Daten sind nach wie vor rar.
- Rund eine Viertelmillion Kinder befinden sich in Haft, wobei marginalisierte Gruppen überproportional betroffen sind.
- Die medizinische Versorgung in Haftanstalten ist nach wie vor chronisch unterfinanziert, was die Gesundheit von Millionen Menschen weltweit gefährdet.
- In Haftanstalten werden zunehmend Menschen mit schwerwiegenden psychischen Problemen untergebracht, doch die Versorgung ist nach wie vor völlig unzureichend.
- Drogenkonsum und -abhängigkeit sind in Haftanstalten weit verbreitet, doch Dienste zur Schadensminderung sind weltweit nach wie vor rar und lückenhaft.
- Das Strafvollzugssystem sieht sich mit zunehmendem Personalmangel, Sicherheitsrisiken und Herausforderungen im Bereich des Wohlergehens konfrontiert.
- Ziele der Resozialisierung und Wiedereingliederung stehen im Mittelpunkt der Strafvollzugspolitik, doch es bestehen weiterhin systemische Hindernisse bei der Umsetzung.
- Die rasche Verbreitung von Technologien im Strafvollzug eröffnet Chancen, sofern ethische und menschenrechtsbasierte Ansätze gewahrt bleiben.
Hier finden Sie weitere Informationen und den vollständigen Bericht Global Prison Trends 2026 zum Downloaden.