Alternativen zur Freiheitsstrafe gewinnen in Europa an Bedeutung

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Der Einsatz von Sanktionen und Maßnahmen, die alternativ zur Freiheitsstrafe verhängt werden nimmt in Europa insgesamt weiter zu, wenn auch in moderatem Tempo. Dies geht aus den kürzlich veröffentlichten neuesten jährlichen Strafstatistiken des Europarats zu Personen unter Bewährungsaufsicht (SPACE-II-Erhebung 2025) hervor. 

Aus der Erhebung ergibt sich, dass die Gesamtzahl der unter Bewährungshilfe stehenden Personen zwischen Januar 2024 und Januar 2025 um 2,7 % angestiegen ist. Gleichzeitig berichten fast die Hälfte der europäischen Strafvollzugssysteme von Überbelegungen oder davon, dass ihre Haftanstalten nahezu voll ausgelastet sind, wie aus den im Mai 2026 veröffentlichten jährlichen Strafvollzugsstatistiken des Europarats für das Jahr 2025 zur Gefängnispopulation (SPACE I) hervorgeht.

Der Europarat unterstützt seit langem den Einsatz von Alternativen zur Freiheitsstrafe, da diese wirksam dazu beitragen können, Straftäter*innen in die Gesellschaft zu integrieren und die Funktionsweise von Haftanstalten zu verbessern. Die diesbezüglichen europäischen Vorschriften des Europarats ermutigen die Regierungen, die Anwendung von Alternativen zur Haft in verhältnismäßiger und gerechter Weise sicherzustellen und dabei die Straftaten sowie das Profil der straffällig gewordenen Person zu berücksichtigen.

Am 31. Januar 2025 standen in den 36 Bewährungshilfeeinrichtungen, welche Daten zur Anzahl der von ihnen betreuten Personen gemeldet hatten, insgesamt 1.433.011 Personen unter Bewährung. Dies entspricht einer medianen Bewährungsquote in Europa von 154 Personen unter Bewährung pro 100.000 Einwohner. Frauen machten 10,7 % der Gesamtzahl der unter Bewährungsaufsicht stehenden Personen aus, verglichen mit 5,4 % der Gefängnisinsass*innen. Dieser Unterschied spiegelt möglicherweise sowohl unterschiedliche Deliktmuster bei Männern und Frauen als auch Unterschiede bei der Strafzumessung und bei Entlassungsentscheidungen wider, wobei Frauen in der Bewährungshilfe proportional stärker vertreten sind als im Strafvollzug. Die Bewährungsquoten variieren stark zwischen den europäischen Ländern, was die unterschiedlichen Ansätze und Praktiken im Strafrecht widerspiegelt. 

Weitere Informationen und die SPACE-II-Erhebung 2025 finden Sie unter folgendem Link: https://www.coe.int/en/web/portal/-/alternative-sanctions-to-imprisonment-grow-moderately-in-europe

 

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