
Häusliche Gewalt ist kein privates Problem, sondern eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung, die alle gesellschaftlichen Schichten durchzieht. Allein in Bremen verzeichnet die polizeiliche Kriminalstatistik jährlich weit über tausend Fälle – bei einer mutmaßlich immensen Dunkelziffer. Um diesen Kreislauf nachhaltig zu durchbrechen, geht der Verein Hoppenbank mit dem Projekt Intervention.Plus einen entscheidenden Schritt: Täterarbeit wird hier konsequent als aktiver Opferschutz verstanden und umgesetzt.
Intervention.Plus richtet sich an erwachsene Personen, die gegenüber (Ex-)Partner:innen physische, psychische, sexualisierte, soziale, ökonomische oder digitale Gewalt ausgeübt haben. Das Angebot steht sowohl Selbstmelder:innen offen als auch Personen, die durch die Justiz, das Jugendamt oder die Polizei zugewiesen werden. Besonders spannend ist der proaktive Erstkontakt: Auf Basis des Bremer Polizeigesetzes (§55) nimmt die Beratungsstelle nach polizeilichen Einsätzen zeitnah Kontakt zu den Täter:innen auf, um Barrieren abzubauen und zur Teilnahme an Veränderungsprozessen zu motivieren.
Die inhaltliche Ausrichtung: Von der Einsicht zur Verhaltensänderung
Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen, ressourcenorientierten Ansatz, der Transformation ermöglicht, ohne die Gewalt zu relativieren. Die Arbeit gliedert sich in ein strukturiertes Gruppentraining über 25 Einheiten – in bestimmten Fällen sind Einzelsitzungen möglich – und durchläuft sechs wesentliche Phasen:
Ein Netzwerk für mehr Sicherheit
Ein zentraler Pfeiler von Intervention.Plus ist die enge Vernetzung mit der Polizei, der Justiz, anderen Täterarbeitseinrichtungen und dem Opferschutz. Dieser multiprofessionelle Austausch stellt sicher, dass die Intervention nicht im luftleeren Raum stattfindet, sondern direkt zur Erhöhung der Sicherheit für die Betroffenen in Bremen beiträgt.
Kontakt: Intervention.plus@hoppenbank-ev.de