Studie des Max-Planck-Instituts für experimentelle Medizin: Risikofaktoren für Gewalttätigkeit

Nach einer Studie des Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen können extreme soziale Bedingungen das Verhalten und sogar die Genaktivität einer Person verändern.

Für ihre Arbeit haben die Forscher sechs unabhängige Studienpopulationen analysiert. Die Autoren der Studie haben die Daten von 1.500 Personen mit der Diagnose Schizophrenie und 500 Personen der spanischen Allgemeinbevölkerung auf das Vorkommen verschiedener Risikofaktoren untersucht. Als Hinweis für gewalttätiges Verhalten wurden alle Verurteilungen wegen Gewaltverbrechen, wie sexuelle Übergriffe, Totschlag, Körperverletzung, Mord oder forensische Einweisungen gezählt. "Die Forscher haben dabei untersucht, ob eine Person vor dem 18. Lebensjahr in einer Großstadt gelebt hatte, eingewandert war, körperlich oder sexuell misshandelt worden war oder Cannabis oder Alkohol konsumiert hatte. Als Auswirkungen werteten die Forscher aus, ob Menschen mit akkumulierten Risikofaktoren für Gewaltverbrechen wie sexuelle Übergriffe, Totschlag, Körperverletzung oder Mord verurteilt oder jemals in eine forensische Einrichtung eingeliefert worden waren."

Fazit der Studie:
"In allen Gruppen hatten Personen, die mindestens einem dieser Risikofaktoren ausgesetzt waren, eine geringfügig höhere Wahrscheinlichkeit, als Erwachsener aggressiv zu werden. Mit jedem zusätzlichen Risikofaktor erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit der Gewalttätigkeit schrittweise, was sich in einem regelrechten Treppenmuster in allen sechs Populationen widerspiegelte. Alle Hochrisikofaktoren zusammen genommen erhöhen die Wahrscheinlichkeit um das Zehnfache, dass ein Mensch mit drei oder mehr Risikofaktoren als Erwachsener gewalttätig wird." In der näheren Analyse stellten die Forscher fest, dass die Zusammensetzung der Risikofaktoren austauschbar ist; konstanten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit für gewalttätiges Verhalten hat die Akkumulation der Risikofaktoren.

Zur Studie:
https://www.mpg.de/12062070/risiko-gewalt

 

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