Forschungsprojekt der Frankfurt UAS beschäftigt sich mit Drogenabhängigen nach der Inhaftierung

Das vom Institut für Suchtforschung der Frankfurt University of Applied Science hat das Ziel, Ansätze zur Prävention von drogenbezogenen Todesfällen nach der Haftentlassung zu untersuchen, das Bewusstsein hierfür zu erhöhen, aufzuklären und für die Verschreibung von Opioid-Antagonisten wie Naloxon zu sorgen. Die unmittelbare Zeit nach der Entlassung sei für Gefangene mit einer Drogenvorgeschichte deshalb sehr kritisch, weil die Rückfallrate sehr hoch und die „Opiat-Toleranz“ gleichzeitig sehr niedrig sei.

​Befragt werden sowohl Sozialarbeiter/-innen und Beratungsstellen, Gefängnisleitungen und -angestellte, Justizministerien wie auch die Drogenabhängigen selbst.

"Die Handlungsfelder des Projekts im Einzelnen:
1. Um mehr über das Risikoverhalten von Drogenkonsumierenden in und nach der Haft zu erfahren, werden Konsumierende aus vier europäischen Ländern durch Befragungen in die Forschung eingebunden.
2. Es werden Leitlinien für politische Entscheidungsträger und Praktiker aus dem Gefängnisgesundheitswesen zur Förderung, Einleitung und Verwaltung von Präventionsangeboten zur Vermeidung von Überdosierungen beispielsweise durch Naloxon-Programme erstellt, um die fachspezifische Ausbildung in diesem Bereich zu verbessern und den nötigen Kapazitätsaufbau darzulegen.
3. Erstellung und Verteilung von Schulungsmaterialien (z.B. Trainingscurriculum) und Broschüren
4. Verbreitung von Wissen und bewährten Verfahren zur Kontinuität der Versorgung – einschließlich medizinischer Versorgung und medikamentöser Behandlung (z.B. Substitutionsmaßnahmen)
5. Eine breitere europäische Öffentlichkeit für das Thema schaffen und die aktive Interaktion zwischen Stakeholdern aus verschiedenen Ländern fördern, indem ein Web-Portal eingerichtet wird." (https://idw-online.de/de/news681278).

Das Projekt wird von der Europäischen Union über eine Laufzeit von zwei Jahren mit 400.000 Euro gefördert.​ Geleitet wird das Projekt "My first 48hrs. out - Comprehensive approaches to pre and post prison release interventions for drug users in the criminal justice system” wird von Prof. Dr. Heino Stöver vom Institut für Suchtforschung der Frankfurt University of Applied Sciences​.

Zum Projekt: http://www.frankfurt-university.de/?15879

Gefördert von:

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

Scroll to Top