Studie über die Auswirkungen von kurzen Freiheitsstrafen auf Mütter und ihre Kinder

Im Juli 2017 veröffentlichte die Förderstiftung Oakdale Trust Wales, die De Montfort University of Leicester und die Conventry University, unter der Leitung von Lucy Baldwin und Rona Epstein, ihre Forschung zu den Auswirkungen von kurzweiligen Freiheitsstrafen auf Mütter sowie ihre Kinder in England und Wales. Auf Grundlage der lediglich unzulänglich vorhandenen Empirie im Bereich der Folgen einer Strafhaft für Mütter und ihre Kinder, entstand die anhängente Studie.

Im Speziellen wurden für die Forschung 17 inhaftierte Mütter sowie indirekt ihre insgesamt 50 Kinder, mit Hilfe von Fragebögen befragt. Es handelte sich dabei um weibliche Inhaftierte, die eine Freiheitsstrafe von weniger als 12 Monaten zu verbüßen hatten und vorrangig aufgrund von Vermögensdelikten inhaftiert waren. Die Studie orientierte sich hierbei zunächst an der Sammlung personenbezogener Angaben der Mütter und Kinder. Darüber hinaus erhebt die Forschung subjektivempfundene Informationen der Mütter bezüglich der intramuralen Erfahrungen sowie bezüglich der nach der Haftentlassung, extramuralen Folgen für sie selbst und ihre Kinder.

Die Studienergebnisse betonen dabei besonders die, durch die Inhaftierung und damit verbundene Trennung der Familien sowie durch die intramuralen Besuche ausgelösten beziehungsweise drastisch verstärkten psychischen Folgen. Demnach schildern die inhaftierten Frauen neben persönlichen Depressionen, Angststörungen etc., auch schwerwiegende Reaktionen der Kinder in Form von extremer Unselbstständigkeit, Enurese etc. Ferner beschreiben die Mütter massive soziale Benachteiligung vor sowie nach der Haftentlassung, was eine (Re-) Integration in die Gesellschaft unmöglich erscheinen lässt.

Baldwin und Epstein möchten durch ihre Forschungsarbeit auf die Brisanz des Themengebiets und das mangelnde staatliche Interesse aufmerksam machen. Über ihren Erkenntnisgewinn hinaus proklamieren sie dringend umzusetzende Empfehlungen für den zukünftigen Umgang mit inhaftierten Müttern sowie deren Kindern in England und Wales.

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Gefördert von:

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Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

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