Apps, Tags, Tracking: Zehn Fragen zum Einsatz von digitalen Technologie in der Bewährungshilfe

International werden im Rahmen der Bewährungsüberwachung bereits seit Jahren verschiedene elektronische Instrumente eingesetzt. Durch die rasant wachsenden Möglichkeiten im Zuge der Digitalisierung (Online-Tools, App-Technologien, etc.) sind bezogen auf Anwendung, Praxis und Folgen jedoch noch viele Fragen ungeklärt. Dr. Hannah Graham (Dozentin für Kriminologie am Scottish Centre for Crime and Justice Research) hat 10 Kernfragen formuliert, die Themen wie Legitimation, Rechtliches, Anwendung, Ethik und Weiterentwicklung fokussieren, auf die es Antworten zu finden gilt.

Im Einzelnen sind dies u.a.:

1. Welche sind die wichtigsten Gründe, warum Online-Tools und App-Technologien in der Bewährung eingesetzt werden?
- Motivation und Überwachung der Einhaltung?
- Bereitstellung von Informationen: Zugang zu Dienstleistungen, Tools, Ressourcen für die Wiedereingliederung?
- Kommunikation und Engagement mit Bewährung fördern?
- Risikomanagement und -kontrolle?
- Andere?

2. Was sind die wichtigsten ethischen Überlegungen, um den Einsatz von Apps und elektronischen Überwachungstechnologien in der Praxis voranzutreiben?

3. Was sind die Chancen und Barrieren bei der Integration von Überwachungstechnologien in der Bewährungsüberwachung?

4. Wem gehören die App-Daten und/oder die EM-Daten?
- Wer kann den Zugriff auf die Daten autorisieren und warum?
- Haben Proband*innen Einfluss, wie und von wem die von ihnen gelieferten Daten verwendet werden?

5. Sollte der Einsatz von Überwachungstechnologien in der Strafjustiz auf das Ausmaß des kriminogenen Risikos zugeschnitten sein?

6. Wie wirkt sich der zunehmende Einsatz von Technologie auf die Bewährungsarbeit aus? Wie werden Arbeitspraxis, Leitideen, Werte, Standort und Arbeitsbedingungen beeinflusst?

7. Wie können wir von der Zusammenarbeit lernen und uns von ihr leiten lassen?

8. Kann der Einsatz von Apps und digitalen Geräten wie Smartphones ein ausreichendes Maß an Monitoring und anderen Zielen realisieren?

9. Wie könnten gesellschaftliche Bedingungen, Politik und strukturelle Einflüsse die Nutzung von Apps und elektronischen Überwachungstechnologien in der Strafjustiz beeinflussen? Beispielsweise, können Regierungen in Zeiten der Sparsamkeit digital unterstützte "Selbstverwaltungs"-Instrumente bevorzugen, da sie möglicherweise billiger sind. Eine andere mögliche Gefahr bestehe, wenn eine politische und öffentliche Atmosphäre der Punitivität zu einem Einsatz von Technologien führt, das nicht verhältnismäßig oder verfahrensrechtlich gerecht sein.

Lesen Sie den Beitrag im Original:
https://www.cep-probation.org/apps-tags-tracks-ten-questions-about-uses-of-technology-in-probation/

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

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