CEP: Präsentationen der 7. Internationalen Konferenz SPECTO verfügbar

In der Zusammenarbeit der CEP mit der West University of Timisoara in Rumänien fand vom 13. bis 14. September 2018 die 7. Internationale Konferenz SPECTO statt. Die Konferenz befasste sich aus multidisziplinären Perspektive mit Straftäter*innen mit besonderen Bedürfnissen. In der Konferenz kamen vornehmlich Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus Osteuropa zusammen, um sich über Wissen und bewährte Praktiken auszutauschen.

In einem ersten Plenarvortrag stellte Gillian McIvor die Auswirkungen von Inhaftierung und Umsiedlung von Frauen in Europa vor. Neben den besonderen Merkmalen von Frauen im Gefängnis wie geringe Bildung, Erfahrung mit Missbrauch, psychische, körperliche und andere Gesundheitsprobleme, Drogen- und Alkoholabhängigkeit wies sie auf den Aspekt der Armut hin. Im Gefängnis sei die Berufsausbildung feminisiert und spiegele den Arbeitsmarkt nicht wider. Daraus seien besondere Maßnahmen für diese Gruppen von Inhaftierten zu folgern.

Ioan Durnescu trug das Thema "Work as a Drama - The experience of former prisoners on the labour market" vor. Durnescu berichtete von den Einschätzungen ehemaliger Gefangener, dass "die wahre Strafe nach der Entlassung beginnt". Dieses bezog er etwa auf die Schwierigkeiten, nach dem Gefängnisaufenthalt Arbeit zu finden. Erfolgreich seien vor allem diejenigen, die durch Familien oder Freunde wieder einen Job auf dem Arbeitsmarkt finden. In diesem Zusammenhang wurde auch auf den Film „2 lei 60“ hingewiesen. Im dritten Plenarvortrag ging es um die Gestaltung der Familienbeziehungen nach einer Gefängnisstrafe. Attila Juhasz, stellvertretender Vorsitzender der Gruppe für strafrechtliche Zusammenarbeit des Europarates (PC-CP) und ehemalige Gouverneur im Ungarischen Gefängnisdienst, sprach über die Probleme von Familien, in denen ein oder beide Eltern im Gefängnis sind und stellte das Projekt "Storybook Mums" vor. Maria Terzidou referierte zum Thema der "Gesundheitsversorgung in den Gefängnissen Griechenlands und Europas". CEP-Präsident Gerry McNally stellte in seinem Beitrag die internationale Perspektive auf Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Strafvollzugssystemen in Europa vor. Seinem Vortrag folgte der Vortrag von Jana Spero, die über Menschen berichtete, die an posttraumatischen Belastungsstörungen im Kroatischen Gefängnis- und Bewährungsdienst leiden. Seit dem Krieg in Kroatien während der 90er gibt es in Kroatien eine große Anzahl von Straftätern, die an PTBS leiden. Die hieraus entwickelten Arbeitsmethoden für diese Gruppe von Straftätern wurden in ihrem Vortrag vorgestellt. Die letzte Plenarrede wurde von Frau Mihela Tomitha über die Widerstandsfähigkeit von besonderen Bedarfsgruppen im Strafrechtssystem gehalten.

Die Konferenz wurde ergänzt und belebt durch verschiedene Runde Tische zu Themen wie Gemeinschaftssanktionen gegenüber Haftstrafen, Migration und Menschenhandel oder gewalttätigem Extremismus.

Alle Präsentationen sind auf der Website der CEP abrufbar:
https://www.cep-probation.org/specto-2018/

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

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