Evaluierung des Jugendarrestes in Schleswig-Holstein: Abschlussbericht liegt vor

Im Auftrag des Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN) wurde eine Evaluierung des Jugendarrestes, mit Fokus auf die pädagogische Arbeit, in Schleswig-Holstein durchgeführt. Einbezogen wurden Aussagen von Mitarbeiter*innen der JAA, Netzwerkparter*innen, den Arrestant*innen und Eltern.

In Schleswig Holstein regelt, seit dem 19.12.2014, das Jugendarrestvollzugsgesetz (JAVollzG) den Vollzug des Jugendarrests. Das Gesetz erklärt im § 2 als Ziel des Jugendarrestvollzuges, „einen Beitrag dazu [zu leisten], die Jugendlichen zur Führung eines eigenverantwortlichen Lebens ohne weitere Straftaten zu befähigen“. Die Durchführung des Arrestes „ist insbesondere auch auf weitere Hilfs- und Betreuungsangebote für die Zeit nach der Entlassung auszurichten“. Die Erreichung der Ziele wird primär pädagogisch angestrebt.

Aus den Ergebnissen: „…es durchaus gelingt, auf viele der Jugendlichen während des Arrests positiv einzuwirken. Dies schlägt sich v.a. in der Rückfallgeschwindigkeit und der vergleichsweise niedrigen Prävalenz erneuter Straffälligkeit nieder, welche tendenziell geringer ist als der bundesweite Durchschnitt und sich zudem seit Inkrafttreten des JAVollzG noch einmal reduziert hat. Bei den Arrestanten/innen, die nach der Entlassung erneut straffällig wurden, lässt sich eine deutliche Reduktion der Deliktschwere beobachten.“

Hinsichtlich dem Aufbau von Schutzfaktoren (z.B. Selbstwert, Perspektivübernahme, Einstellung zur eigenen Straffälligkeit) konnten signifikante Veränderungen festgestellt werden, die auch 6 Monaten nach dem Arrest tendenziell präsent waren. In Bezug auf den Abbau von Risikofaktoren konnten nur wenige Veränderungen erreicht werden, die Kürze der Arrestdauer, die multiplen Problemlagen im Leben der Jugendliche und die Stabilität von Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensmuster erschweren die Arbeit mit diesen Einflussfaktoren.

Verbesserungspotenziale werden im Rahmen der stärkten Individualisierung von Hilfsangebote (zum Beispiel in Einzel- und  Gruppengespräche) gesehen. Unter Berücksichtigung des Fokus der Evaluation werden die pädagogischen Maßnahmen positiv bewertet.

Zum Bericht:
https://kfn.de/wp-content/uploads/Forschungsberichte/FB_142.pdf

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

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