Jahresbericht zur Situation illegaler Drogen in Deutschland 2017

Am 14.12.2017 stellte die Bundesregierung ihren Drogen- und Suchtbericht für das Jahr 2017 online. 

Wesentliche Neuerung in der Gesetzeslage ist das im November 2016 in Kraft getretene Neue psychoaktive – Stoffe - Gesetz (NpSG), welches verhindern soll, dass immer neuer Stoffe / Stoffgruppen durch kleinste chemische Veränderungen einer Substanz verfügbar werden. Zugleich verweist der Bericht auf das seit März 2017 geltende Gesetz, Cannabis als Medizin, das den Einsatz von Cannabisarzneimitteln für Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen regelt.

Ausführlich widmet sich der Bericht dem Thema der legalen und illegalen Drogen. Bei den sog. legalen Drogen sind Alkohol, Tabak und Cannabis die häufigsten Themen von Präventionsmaßnahmen. Bei den illegalen Drogen weist der Bericht die seit 2012 steigende Zahl der Drogentoten in Deutschland aus. 2016 kamen laut Bundeskriminalamt (BKA) 1.333 Menschen durch illegale Drogen ums Leben. Konstante in der Behandlung der Drogenproblematik sind die ca. 1.500 ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen. Jährlich werden über 500.000 Suchtkranke sowie ihre Angehörigen beraten und behandelt. In den stationären suchtpsychiatrischen Einrichtungen der psychiatrischen Fachkliniken und die suchtpsychiatrischen Krankenhausabteilungen wurden 2016 ca. 440.000 Patienten und Patientinnen behandelt. Ca. 80.000 Opioidabhängige befanden sich in Substitutionsbehandlung.

Aufgrund von Verstößen gegen das BtMG befanden sich zum Stichtag 31.03.2016 insgesamt 6.415 Personen (12,6 % aller Inhaftierten) in Einrichtungen des Freiheitsentzugs. Das durchschnittliche Alter männlicher Inhaftierter mit illegaler Drogenproblematik, lag bei 33, das der Frauen bei ca. 29 Jahren. Der Bericht hebt hervor, dass annährend 80 Prozent der inhaftierten Frauen, wegen einer primären Opioidproblematik behandelt wurden, hingegen die Anzahl der Männer bei 25% lag.

Anlässlich des Weltdrogentags 2017 fordert daher die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) eine bessere medizinische Behandlung von inhaftierten Drogenkonsumenten. In diesem Zusammenhang plant die Deutsche Aidshilfe in der Zusammenarbeit mit Fixpunkt e.V. seit 2016 ein Naloxon - Vergabe Modellprojekt.  Gefangenen sollen künftig Informationsveranstaltungen und Trainings zu Drogenwirkung und zu Erster Hilfe sowie die Ausgabe des Opioid - Antagonisten Naloxon angeboten werden. Wegen verwaltungstechnischer Hürden konnte das Projekt bislang nicht umgesetzt werden.

Weitere Informationen:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Drogenbeauftragte der Bundesregierung
Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD)
European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA)

Die Bundesregierung verfolgt in ihrer Drogen - und Suchtpolitik einen integrativen Ansatz, der legale wie illegale Suchtstoffe gemeinsam betrachtet. Die Zuständigkeit ist zwischen Bund, Ländern und Kommunen aufgeteilt und fußt auf den vier Aspekten Prävention, Beratung und Behandlung, Hilfe zum Ausstieg, Maßnahmen zur Schadensreduzierung sowie Repression.

Die Koordination der Drogen -und Suchtpolitik in Deutschland erfolgt durch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU).

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

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