Österreichische Studie (IRKS): „Wege in die Radikalisierung“ und die Rolle der Justiz

Das Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie (IRKS) in Österreich hat die Ergebnisse seiner Studie von Veronika Hofinger und Thomas Schmidinger "Wege in die Radikalisierung" vorgelegt. In dem Forschungsprojekt, das 2017 abgeschlossen wurde, wurden 10 junge Erwachsene (zwei weibliche und acht männliche Probanden) zu ihren Grundhaltungen befragt. Darüber hinaus wurden weitere Gespräche mit der Bewährungshilfe, den Leiter/innen der Justizanstalten, mit dem sozialen Dienst, mit Familienangehörigen und Freunden sowie weiteren Personen im näheren Umfeld geführt und ausgewertet.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich junge Menschen in Österreich vor allem über peergroups und / oder durch charismatische Persönlichkeiten, die sich in ausgewiesenen Moscheen aber auch Parks aufhalten sowie über Internetplattformen bzw. Chats mit Dschihadisten vor allem aus Syrien und Irak radikalisieren.

Radikalisierung erfolgt nach Überzeugung der Autoren der Studie nur marginal im Gefängnis selbst. Dies schlussfolgern die Autoren aus der Aussage, dass man in der Haft im Zuge der persönlichen Krise durch den Freiheitsentzug zwar offen für radikale Positionen sei, doch spiele Religion und Ideologie nur eine untergeordnete Rolle.

Die Autoren weisen daher auf die besondere Bedeutung der Resozialisierung als gesamtgesellschaftliche Verantwortung nach der Haftentlassung hin: Negative Erfahrungen am Arbeitsplatz oder eine mögliche Abschiebung oder Duldung sind Faktoren, die für eine extremistische Ideologie besonderes förderlich sein können.

Weitere Informationen:

https://www.justiz.gv.at/web2013/file/2c94848a62d8d3500162fd017cdd5803.de.0/neu_endbericht.pdf

https://www.justiz.gv.at/web2013/home/buergerservice/publikationen/endbericht-des-instituts-fuer-rechts--und-kriminalsoziologie-wege-in-die-radikalisierung~65.de.html

 

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