Technisierung der Bewährungshilfe: der Einsatz von "Apps" in kurzer Übersicht

Moderne Technologien werden mehr und mehr zu einem integralen Bestandteil unserer Welt. Besonders Smartphone-Apps scheinen in der Bewährungshilfe bei unseren europäischen Nachbarn immer mehr zur Unterstützung eingesetzt zu werden. Aus diesem Grund haben wir bei unseren europäischen und internationalen Nachbarn gefragt, ob und was für „Apps“ im Arbeitsalltag in der Bewährungshilfe eingesetzt werden.

Global betrachtet zeigt sich bereits eine Vielzahl an Etablierungsversuchen der unterschiedlichsten Anwendungssoftware. Während sich einige Programme noch in der Entwicklung bzw. Erprobung befinden, werden wiederum andere bereits im Regelbetrieb angewandt und können Erfolge erste verbuchen. Ebenso unterscheiden sich die zahlreichen Apps aufgrund ihrer Anwenderausrichtung. Richtet sich einige Software direkt an die BewährungshelferInnen, wenden sich hingegen die Mehrheit der Programme vorrangig an deren Probanden/innen. Darüber hinaus weißen die Apps teils differierende Funktionen auf. Die damit verbundenen Intentionen der zahlreichen Anwendungssoftware unterscheiden sich jedoch kaum. Das wichtigste angegebene Ziel aller Apps ist die Verringerung der Rückfallwahrscheinlichkeit und die „Resozialisierung“ der Bewährungshilfeprobanden, unabhängig der Nutzerausrichtung und der vielfältigen Funktionen. Im Allgemeinen versuchen all diese Anwendungsprogramme, unseren heutigen sozialen Bedürfnissen mit moderner Technologie zu begegnen. Sie sollen als Hilfestellung dienen und zu einem verbesserten Umgang mit Probanden/innen in der Bewährungshilfe beitragen. Eine Evaluation der Vor- und Nachteile durch die Anwendung von Software in der Bewährungshilfe gibt es bis dato jedoch noch nicht.

Über die unterstützenden Funktionen der Apps in der Bewährungshilfe hinaus, wird derzeit ebenfalls an verschiedenen Erweiterungen gearbeitet. So sollen zukünftig auch Strafgefangene innerhalb des geschlossenen Vollzugs Zugang zu Programmen (Apps) erhalten, um die zu verbüßende Haftdauer zu erleichtern und das Übergangsmanagement zu verbessern. Dieser Bereich befindet sich momentan jedoch noch in der Entwicklung.

Die Tabelle im Anhang gibt einen kurzen Überblick, über die derzeit bekannten Programme, die innerhalb der Bewährungshilfe in Europa und darüber hinaus eingesetzt oder getestet werden.

Update 12.02.2018:
Im Rahmen des Modellprojekts „OHA - Online Hass Abbauen“ entwickelt und erprobt der Bildungs- und Jugendhilfeträger Drudel 11 e.V. bis 2019 ein webbasiertes Training zum Abbau von Hass und Gewalt. Zielgruppe des Projekts sind rechtsextrem orientierte junge Menschen, insbesondere mit Gewaltproblematik. Das Training soll zuerst in Justizsettings wie Jugendarrest, Jugendstrafvollzug, Bewährung- oder Jugendgerichtshilfe getestet und implementiert werden. In einem zweiten Schritt soll das webbasierte Trainingsprogramm im Internet verfügbar gemacht werden. Über eine Lernplattform sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Training absolvieren und dabei vom Projektteam pädagogisch begleitet werden. Die Lernplattform soll dabei zum einen über das Web aufrufbar sein. Zum anderen soll sie direkt als App auf Tablets genutzt werden können.
Weitere Informationen: www.online-hass-abbuen.de

Download Dokumente: 

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

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