Veröffentlichungen des NZK zum Thema "Behandlungen von Sexualstraftätern in Deutschland"

Das Nationale Zentrum für Kriminalprävention (NZK) hat zwei Berichte mit den Titeln "Effekte von ambulanter Behandlung zur Prävention von Sexualdelikten" und "Wirksamkeit der stationären Behandlung von Sexualstraftätern in Deutschland" veröffentlicht.

Bericht Nr. 3/2018: Wirksamkeit der stationären Behandlung von Sexualstraftätern in Deutschland. Systematische Übersichtsarbeit zu den Methoden und Ergebnissen von Evaluationsstudien im Bereich der stationären Behandlung von Sexualstraftätern (von Chana Lischewsk):
"Bei der Prävention von Sexualdelikten in Deutschland wird einerseits auf Strafe und Abschreckung gesetzt, andererseits aber auch auf therapeutische Arbeit mit Tätern und Täterinnen. Während ambulante Versorgungsstrukturen aktuell noch ausgebaut werden, besteht bereits lange ein breites Angebot an stationären Behandlungsmaßnahmen, die hauptsächlich im Strafvollzug (hier oft in sozialtherapeutischen Einrichtungen) und im Maßregelvollzug durchgeführt werden.4 Zu 16 solcher Maßnahmen liegen derzeit 18 Evaluationsberichte vor, in denen Rückfälle der Teilnehmer und Teilnehmerinnen (also erneute Straftaten nach der Entlassung aus der stationären Maßnahme) untersucht wurden. Für die Behandlung im Strafvollzug weisen die Befunde nicht darauf hin, dass solche Maßnahmen dazu beitragen können, Sexualdelikte zu verhindern. Auch für die Behandlung im Maßregelvollzug liegen keinerlei belastbaren Erkenntnisse über die kriminalpräventive Wirksamkeit im Bereich der Sexualdelinquenz vor. Da hier die rechtlichen und ethischen Hürden für aussagekräftige Studiendesigns besonderes hoch sind, scheint es dringend erforderlich, neue Lösungsansätze für aussagekräftige Evaluationsstudien zu entwickeln."

Direktdownload:
https://www.nzkrim.de/fileadmin/nzk/NZK_Berichte/NZK_2018_003_final.pdf

 

Bericht Nr. 1/2018: Effekte von ambulanter Behandlung zur Prävention von Sexualdelikten. Systematische Übersichtsarbeit zu den Methoden und Ergebnissen von Studien zur Evaluation von Präventionsansätzen im Bereich ambulanter Rückfallprävention bei Sexualtätern:
"Regelmäßig rücken spektakuläre Fälle von Sexualkriminalität in den Fokus öffentlicher Wahrnehmung. In der öffentlichen Debatte um den richtigen Umgang mit Sexualstraftätern fordern viele von der Politik eine Verschärfung der bestehenden Sanktionen. Beim Gesetzgeber gewinnt aber auch die therapeutische Behandlung von Straftätern mittlerweile an Bedeutung. Viele Studien weisen nämlich darauf hin, dass die richtige psychotherapeutische Behandlung Rückfälle von Sexualstraftätern effektiv verhindern kann. Jedoch hängt der tatsächliche Erfolg einer solchen Behandlung von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise von Merkmalen des Täters, der richtigen Therapiemethode und dem passenden Behandlungssetting.

Die Gruppe der Sexualstraftäter ist sehr heterogen. Sie unterscheidet sich u. a. in den Deliktformen, den dahinter liegenden psychischen Störungsbildern und letztlich im jeweiligen Gefahrenpotential. Bei der Auswahl geeigneter Behandlungsmaßnahmen müssen daher viele Aspekte berücksichtigt werden. Generell weisen aktuelle Studien darauf hin, dass die Behandlung von Sexualstraftätern erfolgreicher ist, wenn sie ambulant statt innerhalb des Strafvollzugs durchgeführt wird. Auch aus klinischer Sicht spricht ein offener (und damit realitätsnaher) Behandlungsrahmen in Freiheit für größere Erfolgsaussichten.

Seit einigen Jahren untersuchen Wissenschaftler in Deutschland die Wirksamkeit ambulanter Präventionsmaßnahmen, wie z.B. Angebote der forensischen Nachsorge für entlassene Maßregelvollzugspatienten. Alle diese Studien weisen darauf hin, dass diese Maßnahmen Rückfallraten senken. Allerdings haben viele dieser Evaluationsstudien methodische Schwachstellen, die die Verlässlichkeit der ansonsten wertvollen Befunde einschränken.

Vor diesem Hintergrund erstellt das NZK eine Übersicht über die vorhandenen Erkenntnisse zur Wirksamkeit ambulanter Sexualstraftäterbehandlung in Deutschland. Diese Übersicht nimmt Bezug auf die unterschiedlichen Tätertypen und Behandlungsansätze. Im weiteren Verlauf bezieht die Evaluationssynthese auch Ergebnisse aus internationalen Studien ein."

Zum Direktdownload:
https://www.nzkrim.de/fileadmin/nzk/NZK_Berichte/NZK_2018_001.pdf

Zu den Berichten:
https://www.nzkrim.de/publikationen/berichte/

 

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

 

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