KrimZ: Erste Studie zu Unrecht verurteilte und inhaftierte Personen - Kritik an der Entschädigungspraxis in Deutschland

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Statistiken über Fehlurteile oder zu Unrecht verurteile und inhaftierte Personen gibt es in Deutschland nicht. Erstmals hat die Kriminologische Zentralstelle (KrimZ) Fälle aus fast allen Bundesländern systematisch untersucht, die am 9. November 2017 auf Konferenz der Justizminister von Bund Ländern vorgestellt wurden. Insgesamt wurden 29 Verfahren seit 1990 ausgewertet. Darüber hinaus wurden Justizopfer, Staatsanwälte, Richter und Verteidiger von den Autoren der Studie befragt. Nach den Ergebnissen der Studie besteht insbesondere bei Sexualdelikten ein hohes Risiko, zu Unrecht verurteilt zu werden - gefolgt von Gewaltverbrachen. Ein Drittel der von der KrimZ untersuchten Fälle waren Vergewaltigungsfälle oder Verurteilungen wegen sexuellem Missbrauch.

25 Euro Entschädigung erhält eine Person für jeden Tag, die es unschuldig im Gefängnis verbrachte.

Offen bleibt die Frage, wie sich Fehlurteile vermeiden lassen. Die Autoren der Studie schlagen vor, eine unabhängig Ombudsstelle für eine schnellere Entschädigung und Rehabilitation einzurichten.

Zum Forschungsprojekt der KrimZ (Veröffentlichung erscheint demnächst hier):
http://www.krimz.de/forschung/strafverfolgung/rehabilitation/

Gefördert von:

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mitglied in der:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffäligenhilfe e.V.Confederation of European Probation 

    Kooperationspartner:

    KriPoZ Kriminalpolitische Zeitschrift

 

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